
16.09.2012
Es ist jetzt 21:40 Uhr und ich sitze in meinem Zimmer nach dem Abendessen. Dreimal habe ich mindestens schon versucht meinen Koffer zu packen,doch bis jetzt habe ich noch nicht die richtige Technik gefunden alles zu verstauen. Ich habe ja Morgen noch Zeit dazu...Heute war der letzte richtige Tag in der ICU. War schon komisch irgendwie. Morgen gehe ich mich bei den letzten Kollegen verabschieden und gebe meine Missionkarte bei der Security ab,packe meine Sachen,bereite mich auf die Heimreise vor. Ich freue mich sehr auf die Heimat,aber genauso werde ich die Kollegen hier vermissen und der Abschied wird mir sicherlich nicht leicht fallen...
Heute Abend und morgen muss ich noch meinen Missionreport fertigstellen für LaChaine und RobinAid. Ebenso habe ich noch etwas Papierkram von Dr. Amena bekommen,den ich fertig machen soll bis morgen. Das wird schon,nur fehlen mir manchmal die richtigen Worte...Vielleicht finde ich diese ja heute Nacht noch....
Ich denke jedenfalls schon an euch und freue mich auf das Wiedersehen!
14.09.2012 schönes Kabul
14.09.2012
Heute Morgen sind Christian, Marina und Jamal wieder nach Deutschland geflogen. Gegen 5 Uhr sind wir aufgestanden und dann haben wir Kaffee getrunken,noch eine gemeinsame Zigarette geraucht und nach dem Frühstück sind die 3 dann los Richtung Heimat.
Es war eine ganz tolle Zeit mit ihnen hier und nun sind wir wieder zu dritt...Sabera, Alexander und ich.
Ist schon komisch,wenn die Leute kommen und gehen und man hier bleibt. Ich bin aber auch sehr froh,dass ich noch ein paar Tage habe,um mich von Allen in Ruhe zu verabschieden und mich auf die Heimat einzustellen.
Kabul ist wirklich eine sehr schöne Stadt und die Afghanen,die ich kenne sind unwahrscheinlich gastfreundlich und nett.
Es ist eine Freude,hier arbeiten zu dürfen und sich mit dem afghanischen Team auszutauschen.
Gestern Abend waren wir noch sehr gut essen,in einem Restaurant in Taimani. Nach dem Essen ist Sabera zu der Mutter von Najeeb gefahren und hat dort übernachtet,Marina ist nach Hause,um ihren Koffer zu packen. Christian und ich sind noch bis ca. 23 Uhr dort gewesen und haben uns das dortige Konzert angehört. Jedenfalls einen Teil davon. Eine Combo aus allen Teilen der Welt und es war als wäre man in einer anderen Welt- so mitten in Kabul. Es hat mir echt gefallen und dort werde ich sicherlich beim nächsten Kabulaufenthalt wieder vorbeischauen.
Heute lasse ich mich noch mal ordentlich von der afghanischen Sonne braten und gehe heute Abend auf Station,um mich von dem heutigen Nachtdienstteam zu verabschieden...Es geht jetzt los mit der Verabschiedung und das ist ein seltsames Gefühl...
Ich hoffe,dass es euch zu Hause gut geht und alles in Ordnung ist!?
Auch wenn ich mich momentan wenig melde,denke ich sehr viel an euch!
Ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
8.09.2012 Kabul Downtown
8.09.2012
Heute war wieder ein doch ereignisreicher Tag,denn Najeeb und Matthias sind geflogen. Sie fliegen zusammen bis nach Dubai und Najeeb dann weiter nach Prag und Matthias nach Hamburg...
Es war eine unglaublich tolle Zeit mit Najeeb hier,es war sehr gut immer Jemanden zum Reden zu haben. Jemanden hier zu wissen,mit dem man sich über alles austauschen kann und der genauso traurig war wie ich an manchen Tagen oder ebenso glücklich. Wir waren hier ein ganz gutes Team,mit Sabera und Alexander. Es war sehr schön und ich habe diese gemeinsamen Tage sehr genossen. jetzt hat sich die Situation etwas geändert,denn es sind nur noch Sabera und Alexander von diesem tollen Team übrig. Marina ist hier, Jamal und Christian kommen morgen zurück. Es wird sicherlich auch eine gute Zeit,aber sie wird anders...
Am 14.09. fliegen die Deutschen,also bis auf Alexander und Sabera, dann wieder nach Hause.
Und dann bleiben noch 4 Tage bis ich auch in Richtung Heimat starte...mit einem kleinen Umweg.
Ich fliege nämlich von Dubai nicht nach hamburg,sondern nach Venedig. Meine Eltern sind dort im Urlaub und wir treffen uns dann am 19.09. in Venedig.
A, 21.09. werde ich dann wieder in der Heimat sein und ich freue mich sehr,euch Alle wieder zu sehen!
Juhhhuuu!
Ich denke viel an euch,ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
8.09.2012 Fußballstadion Kabul
8.09.2012 Kate´s Kinderhaus
8.09.2012
Seit 2 Tagen regnet es immer mal wieder hier und das ist sehr selten um diese Jahreszeit,aber auch sehr gut für die Pflanzen und das Klima. Gestern waren Marina und ich morgens auf der Intensivstation,ich habe mir die Übergabe angehört und mir die Patienten angesehen. Marina hat ihre Schützlinge therapiert. Dann sind wir gegen 9:30 Uhr zurück zum Gasthaus und sind danach mit Jamal und Christian in die Stadt gefahren. Erst zu Kate´s Kinderhaus ,um dort Basira abzuholen. Sie hat 2 Jahre in Deutschland in Jamal´s Familie verbracht. Sie kommt immer her aus Kunduz,wenn Jamal in Kabul ist. Elf Stunden haben sie,also ihre Familie und sie dieses Mal gebraucht,um bis nach Kabul zu kommen.
Und dann haben wir uns mit dem ehemaligen Torwart der afghanischen Nationalmannschaft getroffen. Er hat uns das Fußballstadion gezeigt,uns seine Geschichte erzählt. Dort wurden zu Talibanzeiten Frauen in der Halbzeit erschossen und alle haben geklatscht und gejubelt. Es war sehr beeindruckend diesen Ort zu sehen,aber auch beängstigend,denn es wurden dort Frauen mitten in den Spielen in die Mitte des Feldes gebracht,erschossen und dann wurde das Spiel wieder angepfiffen.
Dort hat es dann wieder mächtig angefangen zu regnen und wir sind danach zum Krankenhaus zurück. Nachdem wir gegessen hatten sind Najeeb und Christian zusammen losgefahren,um etwas Filmmaterial zu sammeln und Jamal ist mit Basira in die Stadt ,um eine Sonnenbrille zu kaufen. Marina und ich haben uns entspannt,Matthias war auf der Intensivstation. Alexander arbeitete an seiner Konferenz für die Tage um den 22.09..
Es war mal ein halber Entspannungstag nötig.
Abends haben wir alle zusammen gesessen,außer Sabera,die bei ihrer Freundin war und auch dort übernachtet hat. Najeeb und Matthias fliegen heute zusammen nach Dubai,so gegen 16 Uhr. Jamal und Christian sind in Herat. Marina und ich gehen nachher auf ITS und auch auf die chirurgische Station,um zu sehen,ob wir etwas therapieren können. Oder vielmehr Marina,denn sie leistet unglaublich tolle Arbeit hier und wird sehr akzeptiert vom Team! Das freut mich ungemein.
7.09.2012 Kabul,Regen in der Stadt
6.09.2012
Die Nacht ist angebrochen hier in Kabul...Wir sitzen auf dem Hof zusammen und hören Musik,die sie irgendwo in den Bergen laut spielen. Es wird getrommelt und gesungen,ein schöner Rythmus in unseren Ohren...
Doch es war ein sehr schwarzer Tag heute,denn er hat mit einer Reanimation begonnen und gerade mit einer geendet. Heute sind 3 Jungs bei uns auf der Intensivstation gestorben... Der erste hatte eine Nephritis, der Zweite hatte seit einem Jahr Durchfälle und kam deshalb zu uns in die Klinik,er war im Schockzustand und völlig ausgelaugt und der Dritte war erst 3 Monate alt und wurde vor 3 Tagen operiert. Er starb wahrscheinlich an einer Peritonitis...
Es sind wieder 3 zu viel...3 Kinder,die dieser Welt fehlen,um sie zu verbessern...3,die nicht mehr mit ihren kleinen Drachen auf den Dächern oder in den Straßen spielen werden. 3 Familien,die ihren kleinen Angehörigen,in kleine weisse Laken gewickelt zum Friedhof tragen müssen...
Es ist momentan sehr schwer hier,man kann nicht mehr verstehen,was passiert. Es ist schwer,diese Dinge zu akzeptieren und anzunehmen...Es tut unheimlich weh,wenn einem die Hände gebunden sind und man nicht mehr weiss,wohin man sehen soll... Überall gibt es doch diese kleinen Menschen,die so sehr kämpfen und leiden,doch wir sind manchmalk einfach nicht in der Lage ,sie bei ihrem Kampf zu unterstützen oder sie aus diesem Kampf zu befreien und das schmerzt in jedem von uns...
Manchmal sind wir einfach machtlos,obwohl unsere Medizin hier sehr weit ist und wir viel machen können,doch das ist manchmal einfach nicht genug...
Man kann sich das kaum vorstellen,doch im Moment geht immer die Angst mit über die Intensivstation,wenn ich dort bin und sie sitzt mir im Nacken.
Immer wieder läuft es einem eiskalt den Rücken runter,wenn man seine Übergabe bekommt und nicht genau weiss,wohin dieser Weg des kleinen Patienten führen wird...
Es ist gerade schwer,doch es tut unwahrscheinlich gut,wenn man die positiven Ergebnisse sehen kann. Patienten,die in ihrem Bettchen sitzen und auf ihre Eltern warten,denen es gut geht,die zusammen Kuchen essen und Mangosaft trinken... Es ist bewegend,wenn man zwischen zwei sehr kritischen Patienten so einen kleinen glücklichen Menschen sieht,der gar nicht vertseht,was um ihn rum passiert und welch ein Glück er hat,dass es ihm nach schwerer Krankheit wieder so gut geht...
Kleine Würmer,die sich sehr über die Smarties freuen,die meine Eltern mir geschickt haben,die froh sind,wenn sie ein kleines Kuscheltier bekommen und wenn sie müde sind,sich einfach zurücklehnen und schlafen...
Zu gerne würde ich wissen,was sie träumen,was in ihren kleinen Köpfen vor sich geht...
Es wäre interessant zu wissen,was sie mal werden möchten und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen,in diesem wunderschönen Land,das so viel Leid zu ertragen hat...
Vielleicht wollen sie auch mal Ärzte oder Krankenschwestern werden?! Oder Präsident!?
Vielleicht haben sie die Kraft,die Dinge zu ändern und diese Welt zu verbessern...sie haben jedenfalls Alle diese Chance verdient und deshalb sind wir hier. Um Kindern in diesem Land durch ihren Weg schwerer Erkrankungen zu helfen und sie bei ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen... Wir sind hier,um ihnen unter die kleinen Arme zu greifen,ihnen zu zeigen,dass sie nicht alleine sind und dass sie uns sehr am Herzen liegen...
5.09.2012 kleine Einblicke
5.09.2012
Gestern sind unsere deutschen Kollegen von RobinAid angekommen...Dr. Matthias Angres ( Vorstandsvorsitzender RobinAid), Jamal Said (Apotheker), Christian (Journalist) und Marina (Physiotherapeutin). Den ganzen Tag habe ich jede Minute aus dem Fenster gesehen,um mitzubekommen,ob sie schon angekommen sind...dann bin ich kurz nach 15 Uhr runter in die Notaufnahme gegangen,um nach einem Patienten zu sehen und da kommt Matthias mir entgegen. Mensch,ihr könnt euch vorstellen,was das für ein tolles Gefühl ist,wenn man hier Jemanden trifft,den man kennt!
Matthias ist direkt auf die Intensivstation ,um nach dem Rechten zu sehen. Ich habe unseren Koch Sabi im OPD getroffen,der dort mit seinem Sohn war. Der Kleine hat seit ungefähr einem Monat Husten und immer wieder mal Fieberschübe. Er war bereits bei anderen Ärzten ,doch richtig gebessert hat sich sein Zustand leider nicht. Nun war er hier bei uns in der Klinik zum Röntgen,zur Untersuchung und zu Bluttests. Bisher sieht es nach einer Tuberkulose aus,denn der erste Schnelltest war positiv und auf dem Lungenbild kann man auch zwei Infektionsherde erkennen. Wir haben jetzt Medikamente erhalten und er kommt dann nochmal wieder mit ihm,zu einer Nachkontrolle. Ich hoffe sehr,dass es nicht schlimmer wird.
Dann gab es einige Probleme mit einer Kollegin auf der Intensivstation...Das Auto ihres Mannes war kaputt und er das gesamte Augustgehalt für die Reparatur ausgegeben. Doch somit bleibt kein Geld für diese Schwester und ihre Tochter übrig. Ihre Schwiegermutter unterstützt zwar den Mann,aber nicht sie und ihre Tochter. Deshalb hatte sie mich gebeten,ihr das Geld für September vorzuschiessen,sie würde es mir dann Ende September wiedergeben...doch da bin ich ja bereits zu Hause. Ich habe nun etwas Geld gegeben,ohne dass sie es mir zurückzahlen muss natürlich. Ich hoffe sehr,dass es ihr und ihrer Tochter weiterhilft!?
Am Abend gestern haben wir alle gemeinsam gegessen- Dr. Sabera, Dr. Alexander, Dr. Najeeb, Dr. Matthias, Jamal, Christian, Marina und ich. Das war sehr schön und unterhaltsam. Es ist echt toll,mehrere deutsche Kollegen hier zu haben!Vor dem Abendessen bin ich mit Marina auf die Intensivstation gegangen und habe ihr etwas unsere Patienten gezeigt. Damit man eine kleine grobe Vorstellung von den Krankheiten hier bekommt. Danach sind wir noch über die chirurgische und die internistische Station gegangen und dann habe ich ihr noch meinen Lieblingsplatz gezeigt. Der Blick vom Krankenhausdach bei Nacht...
Jedenfalls hat sie bisher jeder sehr herzlich hier aufgenommen und das macht natürlich einen super Eindruck und ich war mir sicher,dass die Kollegen Marina gut aufnehmen werden.Es besteht irgendwie eine spezielle Bindung zwischen Afghanen und Deutschen.
Abends haben Najeeb, Christian und ich noch bis fast 1 Uhr zusammen draußen gesessen und geredet... Es gab Vieles zu besprechen,viel auszuwerten und zu diskutieren. Es war unglaublich spannend und interessant auch mal die Meinung von Aussenstehenden zu hören. Man bekommt wieder neue Motivation und neue Fenster- Blickwinkel werden geöffnet. Das ist sehr befreiend!
Heute morgen bin ich wieder gegen 6Uhr wach gewesen und habe dann Frühstück vorbereitet. Nach und nach wurde auch der Rest der Truppe wach und wir haben uns für den heutigen Tag fertig gemacht. Marina und ich sind zusammen auf die Intensivstation gegangen und ich habe sie dem dortigen Physiotherapeuten Waheed vorgestellt. Die Beiden haben sich gleich ganz gut verstanden und sind dann zusammen weitergezogen. Es ist ein tolles Gefühl,wenn man hier nett aufgenommen wird und der Wissensaustausch beginnt. Ich denke,dass Marina sich hier wohlfühlt. Am Nachmittag ist sie dann mit Homayoon( Leiter der Physiotherapie)in die Aufnahme gegangen, um die Konsilpatienten von außerhalb anzusehen und zu therapieren. Es hat sicherlich Einiges gebracht und war mit Sicherheit auch interessant für beide Seiten. Ich denke,dass es eine wundervolle Idee war,eine Physiotherpie- Unterstützung herzuschicken!
Matthias war sehr beschäftigt auf der Intensivstation, Najeeb hat seine OP Berichte gemacht und seine Statistiken bearbeitet. Jamal und Christian hatten Termine in ganz Kabul und waren daher viel unterwegs. Sabera war wieder im OP und Alexander bereit weiterhin die Konferenz in zwei Wochen vor.
Mein Tag war eigentlich ganz gut soweit,nur dass eine kleine Patientin verstorben ist,die lange um ihr Leben gekämpft hat. Sie kam als ein Frühchen,mit neonataler Sepsis und zu geringem Geburtsgewicht zu uns und heute hat sie ihren harten Kampf leider verloren....
Da sie jedoch schon seit Tagen sehr instabil war und die Prognose für sie unwahrscheinlich schlecht war,haben wir vorher mit den Eltern besprochen gehabt keine Wiederbelebung einzuleiten. Als dann gegen elf Uhr sich anbahnte,dass sie sich jetzt auf ihren letzten Weg machen würde,haben wir die Eltern angerufen,damit sie kommen,doch der Vater war mit dem Auto unterwegs und die Mutter allein zu nHause und daher nicht in der Lage herzukommen. Ich finde es ganz schlimm,dass es den Eltern nicht möglich war,ihre Tochter bei diesem Weg zu begleiten. Und ebenso schlimm ist es,dass die Kleine diesen Weg allein gehen sollte. Sowas ist absolut unmöglich ,denn Niemand sollte allein sterben müssen,wenn er es nicht ausdrücklich will natürlich! Doch diese kleinen Menschen haben so lange hier bei uns um ihr Leben gekämpft,da unterstützt man sie auch bei diesem letzten Kampf und Schritt,denn das ist doch das Mindeste,was wir dann noch tun können.
Also habe ich sie gehalten und war bei ihr,habe versucht ihr zu zeigen,dass ie nicht allein gehen muss,dass wir stolz auf ihren Lebenswillen sind und dass sie sich so viel Mühe gegeben hat,es doch zu schaffen. Dass wir alle bei ihr sind und sie nun gehen darf und nicht mehr kämpfen braucht. Sie hat nicht einfach aufgegeben und das gibt uns Allen Hoffnung hier auf Besserung. Eine Hoffnung,die sich auf Station zeigt,die aber auch genauso aus dem Krankenhaus nach draußen getragen wird... Man beginnt klein,aber auch kleine Schritte können die Welt zum Drehen bringen,denn wenn wir alle zusammen kleine Schritte machen,dann können wir Einiges bewegen!
Kleine Khadija,das hast du toll gemacht und ich bin sehr traurig,dass du gegangen bist...
5.09.2012 ...wieder ist ein kleines Bettchen leer- der kleine Körper in dem weissen Laken wurde abgeholt- hat Platz gemacht für ein neues kleines Wesen,das (wie jedes andere Kind) seine Chance bekommen soll...
1.09.2012
...ich möchte keine Kinder mehr in diese kleinen weißen Laken wickeln...dann diese kleinen traurigen Körper in diesen Laken wissen...und darauf warten,dass weinende Eltern diese kleinen Pakete abholen...ganz vorsichtig nehmen sie diese dann in die Arme...damit sie ihnen nicht weh tun...es ist so schrecklich das zu sehen...zu wissen,dass wir nichts machen konnten...jedes Mal bricht dein Herz bei diesem Anblick...jeder kleine Mensch nimmt ein Stückchen Herz mit...und jedes Mal geht ein Stückchen Zukunft für unsere Welt verloren...in diesen kleinen weißen Laken...
1.09.2012
Ein schwarzer Tag heute für das FMIC... Heute ist eine kleine Patientin während der Operation verstorben... Es tut sehr weh,wenn diese Information aus dem OP kommt und man auf der Intensivstation mit einem vorbereiteten Bett steht und auf die kleine Patientin wartet...Schon die Aussage aus dem OP,dass sie sehr viel Blut verloren hat und reanimiert wurde lässt mir das Herz still stehen.
Dann rast das Herz und man hofft so sehr,dass es vielleicht nicht so schlimm ist,wie man erwartet...
Und dann habe ich doch ein weisses Laken in den OP bringen müssen. Darin wird die Kleine eingewickelt und die Eltern nehmen sie dann mit nach Hause...
Dieses Gefühl wünsche ich Niemandem!
Es ist unglaublich schwer in solchen Momenten die Haltung zu waren.
Mein Beileid der Familie der kleinen Patientin...
An diesen Tag möchte ich mich sehr ungern erinnern.
1.09.2012
Mensch,es ist nun schon September...Die Zeit rast jetzt hier etwas,habe ich den Eindruck... Momentan ist es auch hektischer als sonst,denn die Cardiacmission aus Pakistan ist ja jetzt gerade hier im Einsatz. Es bedeutet mehr Aufwand für die Pflegekräfte auf der Intensivstation und es gibt nach Herzoperationen viele Dinge,auf die man achten muss.
Es ist nervenaufreibend ,aber die Kollegen machen ihre Arbeit gut.
Montag,also am 3.09.2012,fliegen die Pakistanis wieder nach Hause und dann wird auch wieder Normalität einkehren denke ich.
Ich habe mich mit Paracetamol versorgt und auch Vitamintabletten,weil ich etwas kränkel. Keine Ahnung- wahrscheinlich reagiere ich allergisch auf wunderbares Wetter!?
Ich war gerade auf der Intensivstation,um zu sehen,wie es läuft. Es herrscht leichtes Chaos,da viele Verlegungen sind und gleich danach wieder Aufnahmen folgen.
Und noch was ganz Dummes : ich wollte gerade einige Unterlagen zusammentackern und unterhalte mich nebenbei mit einem Pflger ...Tja,und dann dann merke ich nur noch,dass mein Zeigefinger weh tut! Da habe ich mir doch voll in den Finger getackert!
Erste Reaktion natürlich Handy raus und Photot machen,aber so lange habe ich es doch nicht aushalten können- musste die Tackerklammer rausziehen,was gar nicht so einfach war.
Naja,typisch Blondine!
Ich melde mich wieder. Ich denke an euch,ganz liebe Grüße,Julia
27.08.2012
Heute ging es deutlich ruhiger zu hier...Dr.Javed hat mir Weintrauben heute morgen bei sich vom Grundstück gepflückt. Wow! Die sind ja vielleicht lecker und nicht zu süß!
Werde ich mich morgen früh gleich nochmal bedanken und ihn loben!
Das heutige Team auf der Intensivstation war super drauf und wir konnten neben der Arbeit etwas albern.War echt prima!
Die Mädels haben sich untereinander etwas angezickt,weil die Ärzte den Wasserkocher beschlagnahmt haben und die Schwestern aber auch Tee kochen wollten... Was macht man da? Ganz einfache Lösung - man gibt einer vertrauen Schwester Geld und bittet sie 3 Wasserkocher zu kaufen,wenn sie es schafft. Somit haben wir hoffentlich morgen schon 3 Wasserkocher mehr auf der ITS und es dauert keine Ewigkeit,die Dinger zu bestellen...Ich mag halt schnelle Lösungen. Und dem Team passt das auch besser,denke ich. Also gerecht- zwei für die Pflegekräfte und zwei für die Ärzte. Basta!
Heute Abend sind die Pakistanis,die hier für eine Herzmission eine Woche arbeiten werden zu ihren Kollegen ins Gasthaus gefahren. Somit haben wir den Abend zu dritt verbracht - Najeeb,Andre und ich. Wir haben gut gegessen,dann TV geguckt und Najeeb hat wieder seinen super Fruchtdrink für uns gemacht. War echt schön.
Nun sitze ich in meinem Zimmer und werde sicherlich auch gleich schlafen gehen...
Unseren Patienten geht es gut,ich habe gerade nochmal mit Shukrullah gesprochen,der heute Nacht OnCall (dh.im Dienst)ist.
Genau morgen in 3 Wochen fliege ich schon von hier und ich weiss noch nicht,wie der Abschied wird...sicherlich nicht leicht...
Ich denke an euch und hoffe,dass es euch gut geht?! Liebe Grüße aus Kabul,Julia
27.08.2012 mal etwas andere Bilder,die nicht von mir sind,sondern von Mädels,die vor mir hier waren,aber zeigen,wie schön dieses Land ist
26.08.2012
Der Dienst heute war ganz gut,wir hatten wieder zwei Herzpatienten und der kleinen Maus von letzter Nacht geht es deutlich besser! Zum Glück!
Nach dem Dienst ,also etwas eher,so gegen 15:45 Uhr bin ich in die Stadt gefahren,denn das Katzenfutter ist alle und meine Kippen auch beinahe... Doch wir sind erst 18 Uhr am Laden angekommen und da war der natürlich schon zu...Es war heute so voll in Kabul - das habe ich noch nie miterlebt! Irre!
Dann haben wir uns auf den Heimweg gemacht und doch noch einen offenen Shop gefunden,doch da gab es kein Katzenfutter....Das heisst also,dass ich die Woche nochmal los muss. Als wir so im Gedränge standen,da waren wir in unmittelbarer Nähe eines Sportshops und da bin ich schnell mal reingehuscht und habe zwei Springseile gekauft. Eines ist zu lang,das kann Alexander haben und eins ist fast richtig. Bin schon ordentlich gehüpft und meine Kondition muss ich irgendwo in der Stadt verloren haben...Komisch!?
Heute hat es geregnet - volle Kanne! Wahnsinnig toll! Alle haben sich untergestellt und ich bin von der ITS nach draußen und habe mich beregnen lassen. Klitschnass zurück auf Station habe ich schon etwas komiusche Blicke erhascht von den Kollegen,aber am Ende kennen sie mich ja und wissen,dass ich manchmal etwas anders sein kann...
26.08.2012
Was für eine Nacht!
Gestern hat die Herzmission aus Karachi/Pakistan begonnen zu operieren. Sie haben zwei Patienten operiert,einen VSD closure und einen TOF complete repair. Das sind jeweils Operationen am offenen Herzen,die wir hier sonst auch alleine durchführen. Das erste Kind war völlig komplikationslos und wurde schon nach kurzer Nachbeatmung auf der Intensivstation extubiert. Die zweite Patientin(TOF) kam auf Station und war natürlich ebenfalls nachbeatmet.
Wir saßen gegen 20 Uhr gerade beim Abendessen,als der pakistanische Intensivpfleger dazu kam und uns die Neuigkeiten von der Station berichtete. Die zweite Patientin blutete stark aus ihren Drainagen und wurde zunehmend kreislaufinstabiler. Prof.Dr.Najeebullah Bina ist direkt zur ITS als er davon hörte. Er hat immer ein spezielles Gefühl bei seinen Patienten...Er spürt sofort,wenn etwas nicht stimmt. Selbst wenn er keine Informationen bekommt,ist er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
Ich habe noch meinen Kaffee ausgetrunken,bin dann aber auch nochmal auf die Station,um zu sehen,wie die Pflegekräfte sich machen und ob sie alles im Griff haben.
Als ich kam,war schon helle Aufregung!
Ein Blick auf den Monitor und auf die Patientin genügten,um zu erkennen,dass da gealtig etwas nicht stimmt!
Als ich dann in die Gesichter meiner Pfleger und in die Augen von Prof.Dr.Najeebullah Bina gesehen habe,konnte ich merken,wie schlimm es wirklich war. Alle waren damit beschäftigt,den Kreislauf des Mädchens aufrecht zu erhalten. Es wurde Blut transfundiert,Medikamente wurden verabreicht,sie hielten ihre kleinen ,dünnen Beine in die Höhe....mir sitzt dieses fürchterliche Gefühl noch immer in den Knochen!
Najeeb hat dann die einzig richtige Ansage gemacht : sofort zurück in den OP!
Mit wehenden fahnen und ungefähr 10 Personen haben sie die Kleine dann in den OP gefahren...jeder hielt etwas,hat etwas getragen oder hat die Kleine beatmet,ihre Beine gehalten....
Ein Pfleger unserer Station ist direkt zum labor,um Blut zu spenden,denn es war sicher,dass sie welches brauchen würde...
Dann hieß es bangen und warten und darauf hoffen,dass sie alles ohne Probleme übersteht und wieder lebendig aus dem OP zurückkommt....
Das kam uns vor wie eine Ewigkeit!
Doch gegen 1 Uhr kam die erlösende Nachricht aus dem Op- sie haben die Blutungen stoppen können und sie kommt in ungefähr 20 Minuten zurück auf Intensivstation. Mir ist ein tonnenschwerer Stein vom Herzen gefallen! Unglaublich!
Sie hat eine Herzbeuteltamponade entwickelt...
Wieviel Kraft und Lebenswillen diese kleinen Menschen doch haben - beeindruckend!
heute morgen,als wir unsere Übergabe vom Nachtdienst gemacht haben und ich an das Bett der Kleinen kam,da hat ein Pflger sie gerade gefragt,wie es ihr geht...und sie sagte "Gut!"
Ich hatte feuchte Augen und bin mir sicher,dass alle zusammen gezuckt sind,als sie das gehört haben...
Ich hoffe,dass sie sich weiterhin und prima erholt und schnell wieder auf die Beine kommt...
Gänsehaut! Jeden Tag und immer wieder beeindruckt von diesen kleinen Menschen!
Wir sollten stolz sein auf jedes Kind,das in diese Welt tritt und uns zeigt,wie wertvoll unser Leben ist!
das uns zeigt,was es heißt zu leben und uns klarmacht,dass wir nur dieses eine Leben haben und auch dafür kämpfen müssen - egal wie schlecht es einem geht oder in welcher Situation man sich befindet!
Ohne die Kinder dieser Welt wäre unser Leben doch nicht halb so lebenswert!
Ohne Kinder wäre die Welt eine Wüste!
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und ich denke an euch!
Ich gehe zurück auf Station,bis später,Julia aus Kabul
25.08.2012 Der kleine Kater
25.08.2012
Heute Vormittag sind ein Herzchirurg und eine Anästhesistin aus Karachi/Pakistan ebenfalls hier im FMIC eingetroffen. Sie unterstützen Prof.Dr.Najeebullah Bina für ca. 10 Tage im OP. Dieses Cardiacteam besteht aus diesen 2 Ärzten,einem OP-Pfleger,einem Intensivpfleger und einem Perfusionisten,der leider erst am 27.08.kommen wird,da sein Visum etwas länger dauert als erwartet.
Ansonsten klappt es wie eigentlich immer echt problemlos auf der Intensivstation. Morgen kommen auch die anderen Kollegen(Management) wieder zur Arbeit,nach langem Frei durch die Feiertage.
Dann kehrt wieder Normalität ein hier im FMIC...Nach den feiertagen hatten wir heute wieder Patienten ohne Ende in der Notaufnahme. Alles voll mit Menschen,wo die letzten Tage so ruhig waren und schon etwas unheimlich. Jetzt sitzen wieder Väter und Mütter mit ihren Kindern überall im Schatten und es fühlt sich wieder normal an...
Ich bin jetzt vorerst in meinem Zimmer,mache etwas pause und gehe nachher nochmal auf Station,um zu sehen,wie es dem zweiten Kind aus dem Herz-OP so geht. Das erste Kind ist bereits extubiert und kreislaufstabil.
Morgen operieren sie wieder zwei Kinder,sicherlich auch Op´s am offenen Herzen.
Letzte Nacht hatte ich Premiere...der Kater lag in meinem Schrank(da liegt er gerne mal,wenne s draußen so heiss ist...) und ich wollte schlafen gehen. Tja,was macht man mit einem kleinen Geschöpf,dass kaum aus den Augen gucken kann und eigentlich tief schläft!? Natürlich im Schrank lassen und bei offener Zimmertür schlafen! Die Mücken haben sich gefreut,dass sie Futter gefunden haben(mich!) und der Kater muss auch recht erfreut gewesen sein,denn als ich aufegestanden bin,war er schon weg. Ist auch nach draußen auf Toilette gegangen. Und um mir seine riesige Freude mitzuteilen,hat er die gefangene Maus geteilt. Er hat mir meinen Anteil neben meinen Laptop gelegt- fein säuberlich,durfte ich mich über Hintern und Schwanz freuen...
Naja,mal sehen...Hauptsache er bringt keine lebendigen Opfergaben mit...
24.08.2012 Büroarbeit und Blick aus dem Fenster
24.08.2012
Heute ist schon Freitag,Wochenende in Afghanistan für uns und die Feiertage sind zu Ende. Gestern Abend war ich nochmal auf der Intensivstation. Es war ruhig und unsere Patienten waren stabil. Der kleine Junge mit der wahrscheinlichen Opiumvergiftung wurde verlegt. Es ging ihm gut.
Auch das 14jährige Mädchen wurde verlegt...
Die Gynäkologin war gestern da und hat sie untersucht. Mein schlimmer Verdacht hat sich bestätigt...
Sie war auf einer Feier mit ihren Freunden,ohne Eltern oder Geschwister. Was hier schon eine große Sache ist. Dort wurde sie missbraucht,da sie so abwesend war,denke ich,dass sie auch unter Alkohol- oder eher Drogeneinfluss stand. Doch man konnte gleich in ihren Augen sehen,dass sie nicht in Ordnung war. Dass es nicht aufgrund einer Krankheit war. Ihre Augen waren leer...
Ihre Mutter hat uns die Kratzer und blauen Flecken mit einer Allergie erklärt,die sie öfters habe. Ich finde es ganz fürchterlich,dass die Mutter weiss ,was gesschehen ist und ihr Kind so verrät. Ihre Tochter im Stich lässt.
Auch wenn es hier ein riesiges Problem ist,wenn das Jungfernhäutchen nicht mehr existiert. Man kann hier dann nicht mehr heiraten als Frau,denn das ist eine große Schande!
Selbst die Ärztin wusste nicht,was sie tun sollte. Auch sie hatte Angst vor ihrem Untersuchungsbericht. Denn der Ärger könnte sich auch auf sie ausbreiten. Wenn in der Patientenakte steht,was der Grund für ihre Blutungen ist,dann ist das Leben der Familie zerstört,wurde mir vom Personal erklärt...
Also wurde die Kleine untersucht,auf Normalstationverlegt und dann an eine gynäkologische Klinik weiter vermittelt.
Ich finde es unglaublich schrecklich! Das Leben einer ganzen Familie wird schwierig,die Kleine steht als Schande da und die Familie bekommt einen Stempel aufgedrückt!
Doch das Allerschlimmste ist wohl der Gefühlszustand der Kleinen!
Wie muss man sich nach einem solchen Vorfall fühlen!?
Sie leidet sicher sehr,doch alles,was die Leute interessiert ist das Ansehen der Familie und dass die Kleine nun nicht mehr heiraten kann. Ein schwarzes Schaf...so verloren und keiner da,mit dem man richtig darüber reden kann. Sie braucht doch unbedingt psychologische Betreuung!
Ich gucke mich jetzt mal hier im Internet etwas um,ob es Einrichtungen in Kabul für Missbrauchsopfer gibt und dann würde ich diese gerne mal besuchen.
Mein Beileid für dieses kleine Mädchen! Ich denke an dich und hoffe so sehr,dass du wieder auf die Beine kommst. Eine starke Frau wirst,die trotzdem ihren Weg geht,vielleicht ihre Erfahrungen irgendwann teilen kann,um anderen Opfern zu helfen. Denn ich denke,dass dies hier sehr oft vorkommt...
23.08.2012
Ohje,es sind immernoch Public Holidays,eigentlich waren die Eidtage ja direkt nach Beendigung des Ramadan,doch das Government hat die beiden Tage zum Wochenende,also gestern und heute noch als Brückentage gegeben. Somit ist heute offizieller letzter Feiertag. Das reicht dann auch,finde ich. Das Krankenhaus ist sehr ruhig. Das hat natürlich etwas sehr Positives für das Personal und die Afghanen,denn die freien Tage konnten sie nutzen,um in entfernte Provinzen zu fahren und um ihre Familien zu besuchen.
Die Intensivstation ist natürlich trotzdem voll belegt. Wir hatten 2 freie Betten gestern,doch über Nacht kamen zwei Zugänge.
Ein 6 jähriger Junge im komatösen Zustand. Alle Untersuchungen sind normal - Laborwerte,bildgebene Diagnostik und auch die Lumbalpunktion ergab keine Eregebnisse. Wir vermuten,dass er etwas zu sich genommen hat,das diesen Zustand ausgelöst hat.
Entweder Opium oder Alkohol,das können wir nicht genau sagen im Moment. Sein Zustand hat sich jedenfalls in den letzten Stunden verbessert. Mal abwarten,ob wir etwas von der Familie erfahren können. Es kommt hier häufiger vor,dass Kinder durch Drogen in kritischen Zuständen zu uns kommen.
Alexander hat mir über einen Jungen berichtet,den sie hier mal aufnehmen mussten auf der ITS. Er musste beatmet werden und war auch sonst kritisch. Er war im Koma und alle Untersuchungsergebnisse waren normal. Es wurde gerätselt,was der Junge haben könnte... Doch dann besserte sich sein Zusatnd rapide. Er wurde extubiert und lief auf Station herum. Unerklärlich! Er wurde entlassen und kam jedoch am selben Abend mit den gleichen Symptomen wieder auf die Intensivstation...Großes Rätseln! Die Eltern waren empört über die behandlung hier,denn sie wunderten sich,warum ihr Sohn wieder in diesem Zusatnd war,obwohl er doch ohne Probleme entlassen wurde. Jedenfalls haben sie den Jungen wieder beatmen müssen und haben ihn dann 2 Wochen auf Statioin behalten,um weitere Tests zu machen und um zu sehen,was der Junge habe. Viele Krankheiten sind sie durchgegangen,doch der Junge erholte sich wieder sehr schnell,war nur zur Überwachung auf Station und es ging ihm gut,er bekam nicht einmal Medikamente...er wurde wieder entlassen,ohne zu wissen,was er haben könnte- er war völlig gesund! Am selben Abend wurde er im selben schlechten Zustand wiede rauf Station gebracht! Unglaublich! Dann fragte man doch nochmal bei den Eltern nach,die empört waren und sagten,dass bei ihnen zu Hause alles in Ordnung sei und es dort an nichts liegen könnte. es wurde vermutet,dass der Junge vielleicht giftige Dämpfe einatmet oder Ähnliches...Als dem Vater dann gesagt wurde,dass das Krankenhaus Jemanden zu ihnen nach Hause schickt,gemeinsam mit der Polizei, um zu sehen,ob es dort Faktoren gibt,die den Jungen so krank machen,wurde der Vater weich. Er sagte,dass er von Krankenhäusern nicht viel halte und deshalb zu einer Art " Medizinmann" gehe. Der habe ihm einen Saft für den Jungen mitgegeben und der Nachbarsjunge trinke den auch,dem würde es aber gut gehen... E$s stellte sich raus,dass die Jungs Opiumsaft erhielten und somit war der Junge hier voll unter Drogeneinfluss und bekam jedesmal eine Überdosis...
Ist das nicht schockierend!?
Es gibt hier viele Kinder,die Drogen bekommen. Wenn z.B. die Mütter mit ihren Babies zur Arbeit gehen,dann haben sie Probleme,wenn die Kinder stets schreien. Sie geben ihnen dann auch Opiumsaft oder Ähnliches,damit sie während den 12 bis 13 Stunden Arbeit,zum Beispiel in einer Teppichweberei, ruhig sind und die Arbeit nicht unterbrechen. Oder es gibt ganze abhängige Familien,weil der Vater in einem kleinen Zimmer immer sein Opium raucht und durch das Passivrauchen ist die ganze Familie abhängig.
Das finde ich schon sehr bedenklich...
Es haben hier Methadonprogramme begonnen,die sich jedoch schwierig darstellen,denn die meisten Familien erkennen ihr Problem nicht.
Meine Güte,soll der Vater doch rauichen ,was das Zeug hält,aber bitte nicht in der Nähe der Kinder oder der sachwangeren Frau!
Die zweite Aufnahme heute Nacht ist ein 14 jähriges Mädchen. Sie war ebenfalls nicht ansprechbar. Auch hier wurden alle Labortests und eine Lumbalpunktion gemacht. Wir vermuten eine Enzephalitis,ist aber noch nicht ganz raus. Auffällig ist an ihr,dass sie am gesamten Körper Kratzspuren aufweist,blaue Flecken hat und vaginale Blutungen. Wir warten jetzt auf eine Gynäkologin,die sich ihrer annehmen wird. Ich spreche es hier jetzt nicht aus,aber wir denken jetzt sicherlich alle das Gleiche.
Abwarten,was das gynäkologische Konsil uns sagen wird.
Nun gut,ich werde mal wieder auf Station gehen und gucken,wie es läuft.
Ich denke an euch,ganz liebe Grüße aus Kabul,Julia
20.08.2012 ICU und fitte Herzpatienten
20.08.2012
Wir sind mitten in den Feiertagen hier in Afghanistan. Die letzten Tage hat leider das Internet nicht hingehauen,deshalb war es kaum möglich meine homepage zu aktualisieren.
Aber heute ist es schon deutlich besser. Hier ist die tage nicht viel passiert,das Krankenhaus ist ruhig,wenige Patienten. Auf der Intensivstation wirkt es auch ruhiger. Heute war ich im Frühdienst und habe das Team unterstützt,denn es war eine Pflegekraft zu wenig. Der Kollegin habe ich frei gegeben,weil einer ihrer Angehörigen verstorben ist und ihre Eltern nun auf dem Weg in diese Provinz sind,wo die Beerdigung stattfindet. Somit wären die Geschwister allein zu Hause und das ist schlecht möglich. Völlig verständlich...
Ansonsten gibt es wirklich nichts Neues! Gestern Abend haben wir im Hof wieder Training gemacht mit "Coach Bina". Es macht Spaß,wir unterhalten uns viel und lachen auch viel,vor allem weil die Übungen bei Najeeb ganz einfach aussehen und ich mich abquälen muss!
Morgen ist der letzte Feiertag und Mittwoch geht es mit dem normalen Alltag weiter. Am 24.08. kommt dann die Cardiacmission aus Karachi/Pakistan zu uns und bleibt für eine Woche etwa. Dann kommt auch Sabera wieder aus ihrem Urlaub zurück und dann fliege ich auch schon 2 Wochen später nach Hause...komisches Gefühl...
Mir geht es aber gut hier und ich bin genauso gespannt auf die Heimat. Gemischte Gefühle!
Ich denke an euch und hoffe,dass es euch Allen gut geht!?
Ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
18.08.2012
Guten Morgen!
Mensch, gestern hatte ich echt etwas Angst,dass hier was los ist. Aber es waren doch nur Leute,die mit Knallern geworfen haben. Heute ist ja auch Unabhängigkeitstag und ab morgen dann die Eidtage,weil der Monat Ramadan zu Ende ist morgen. Da freuen sich schon alle.
Lese jetzt mein Buch weiter und kümmere mich um meine Kopfschmnerzen,weil ich die Nacht doch schlecht geschlafen habe...Ich melde mich später wieder.
Grüße aus Kabul, Julia
18.08.2012 noch ein neuer Freund
17.08.2012
Heute vormittag war ich noch völlig unbeschwert in der Stadt unterwegs. Also nur kurz zwar und mit dem Fahrer ganz in der Nähe,aber trotzdem war es für die Verhältnisse hier schon sehr unbeschwert.
Dann war am Nachmittag ein Fernsehteam vom Bayrischen Rundfunk hier und hat sich das Krankenhaus angesehen. Sie haben Interviews mit Alexander und Najeebullah geführt. Das ist sehr gut für unser Krankenhaus,denn hier wird unglaublich tolle Arbeit geleistet und umso mehr Leute in der Heimat davon erfahren,desto besser. Diese Arbeit und die Projekte von RobinAid und La Chaine muss man schon sehr schätzen!
Jedenfalls ist diese Unbeschwertheit im Moment etwas verloren,denn um die Klinik,also doch entfernt,aber irgendwie ganz dicht, hört man Geräusche,die uns nicht so gefallen...
Es hört sich an,als würden Kinder mit Silvesterknallern spielen...doch die Kontinuität und die Vermehrung der Geräusche machen mich doch etwas unsicher.
Es könnten ebenso Gefechte in der Stadt sein. Bisher haben wir noch keine Nachricht von unserem Securityservice oder aus den Nachrichten,also sind wir noch recht entspannt.
Neueste Information - keine Sorge - alles nur unnütze Aufregung! Entschuldigung für die Beunruhigung,aber ich muss das auch loswerden. Und meinen Eltern werde ich das sicher nicht bei Skype sagen,wenn ich mir nicht sicher bin.
Falls wirklich etwas sein sollte,dann gibt es jetzt hier neuerdings einen Bunker am Krankenhaus,wo wir dann hingehen würden.
Auch sieht man in der Stadt mehr Stacheldraht, mehr Mauern und höhere Sicherheitsanlagen. Ebenso gibt es deutlich mehr Polizeikontrollen in der Stadt und Checkpoints. Es ist schon deutlich verändert das Kabul von 2009/2010...aber trotzdem ist es schön...
Doch soll ich mal ganz ehrlich sein? Einen kleinen Bunker,wo wenig Leute reinpassen, das Personal wird die Klinik verlassen müssen,aus Sorge um ihre Familien und die Patienten und ihre Familien bleiben zurück oder fliehen auch...
Das sind Vorstellungen ,die man hier hat. Gedanken,die aufkommen,zwar nicht schön sind,aber gedacht werden.
Ich würde kein unnötiges ziviles Opfer verantworten wollen,weil ich im Bunker sitze und die Patienten auf der Intensivstation vielleicht nicht mehr optimal versorgt werden.
Man weiss ja nie,wie es kommt,doch wenn die Kollegen nach ihren Familein sehen müssten,dann wäre das doch verständlich und normal.
Und auch wäre es eine Selbstverständlichkeit,dass ich dann auf der ITS bleibe.
Was meint ihr dazu? Vielen passt das sicher nicht,aber das ist doch unser Beruf und wegen den Kindern ist man hier und da verkriecht man sich doch in keinem Bunker und lässt dem Schicksal der Kinder seinen Lauf!?
Allein die Vorstellung,dass es zu Kreislaufeinbrüchen kommen könnte,die kontinuierlichen Medikamente gewechselt werden müssen oder ein Kind intubiert werden muss,weil es keine Luft mehr bekommt...und man ist einfach nicht da?
Ne,das kann man nicht verantworten. Und wenn man in ein solches Land fliegt,dann weiss man um die Risiken und Möglichkeiten.
Da drückt man sich dann auch nicht!
Macht euch jetzt mal keine Sorgen,aber ich finde,dass das mal gesagt werden musste... Ist doch so!
Wieso muss man sich solche Gedanken in unserer heutigen modernen Welt überhaupt machen? Ist doch furchtbar! Haben wir denn Nichts gelernt aus der Vergangenheit!?
Ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
17.08.2012 Schönes Kabul
17.08.2012
Bin gerade zurück aus der Stadt. Ich musste doch noch rasch Katzenfutter kaufen,denn das ist fast alle und morgen ist hier Unabhängigkeitstag,danach folgen die Feiertage ( Eid Tage) zur Beendigung des Ramadans. Das heisst,es werden die Geschäfte geschlossen sein und heute war also die letzte Chance etwas einzukaufen bis wahrscheinlich Mittwoch. War echt super in der Stadt,denn ich bin mit Koko Jan gefahren ( einer unserer Fahrer) und das war toll,denn er ist manchmal etwas langsamer gefahren,damit ich ein Photo machen konnte aus dem Auto... Und es war total voll in Kabul- Menschenmassen!
Somit hat der "kurze" Einkauf doch etwas länger gedauert... Und mitten im Getummel,nahe des Bazar hält Koko an und sagt zu mir " Yak daka- Muschgel neest,Kho?!" Was soviel heisst wie "Eine Minute,Kein Problem,ok?!" Dann steigt er aus und kauft etwas ein für heute Abend zum Essen. War erst etwas komisch mitten im Getummel auf dem Beifahrersitz zu warten, mit laufendem Motor und Massen von Menschen um mich herum,aber trotdem sehr interessant.
Dann sind wir weiter zur Chickenstreet,dort liegt auch der Konsum des Vertrauens.
Koko hat in einer Seitenstraße geparkt und ich bin dann durch die Straßen gestiefelt. Ich habe zu ihm gesagt "Da daka,muschgel neest,kho!?" Das bedeutet,"dass ich zehn Minuten brauche,kein Problem,oder!?"
War schön,so "unbeschwert" einkaufen zu gehen. Keiner hat mich angepöbelt oder angebettelt,wie es meistens ist,wenn man in der Stadt ist. Es war völlig in Ordnung. War dann erst im Konsum und bin danach in die Drogerie gegangen. Meine Tüten hat mir der Enkel des Konsumbesitzers hinterher geschleppt. Das war sehr nett! So sind die Afghanen- ein sehr hilfsbereites und freundliches Volk. Naja,es waren dann doch mehr als zehn Minuten ,die ich brauchte... Als ich wieder in der Nebenstraße bei Koko ankam,fragte er mich warum das so lange gedauert hat. Er hatte schon Angst,dass die Taliban mich entführt hätten... "Muschgel neest" war meine Antwort ( "kein Problem").
Wir hatten unseren Spaß.
Also ich muss echt sagen,dass das prima war heute!
Ich bin jetzt etwas müde und werde mich mit der neu gekauften Sonnencreme für Kinder einschmieren und mich etwas in die Sonne legen und entspannen,meinen Rolling Stones Bericht vom Stern weiter lesen...
Warum Sonnencreme für Kinder?
Weil ich momentan in einem Kinderkrankenhaus arbeite und weil die keinen Whitener enthält. Denn die meisten Cremes enthalten Bleiche,damit man hellere Haut bekommt. Komisch,bei uns enthalten sie Stoffe,damit wir dunkler werden.
Sie ist zwar mit Erdbeerduft und ich rieche inzwischen wie ein Kaugummi,aber hauptsache sie wirkt : )
Müde bin ich,weil ich gestern Abend erst gegen 2 Uhr ins Bett gegangen bin. Nach dem Abendessen haben wir zusammen Monty Python´s "Das Leben des Brian" gesehen. Da hatten Alexander und ich drüber gesprochen und ich habe ihn dann bei i-tunes runtergeladen- war echt witzig! Für Najeeb war es schwierig,denn er lernt zwar deutsch,aber um den Witz und die Wortspiele zu verstehen,ist es noch etwas früh.
Er lernt aber sehr schnell!
Danach saßen Najeeb und ich draußen und haben uns gegenseitig das zählen beigebracht. Also deutsch und persisch...,Alexander saß drinnen am Laptop. Naja,wir haben dann unser allabendliches Trainingsprogramm begonnen. Damit meine ich unter freiem Himmel Hanteltraining machen, unter der Anleitung von Najeeb.
Alexander kam dann auch noch dazu und somit waren wir drei "Pumper". Wir haben uns immer abgewechselt und viel gelacht. Das war sehr schön und wir wollen das jetzt jeden Abend zu dritt machen.
Echt klasse hier mit den Jungs! Nach den Feiertagen wollen wir auch was für meine Kondition tun,denn ich kann hier schlecht auf dem Krankenhausgelände joggen gehen,das würde einigen Angehörigen sicher nicht passen und man muss ja Niemanden vor den Kopf stoßen.
Also werden wir schwimmen fahren,es gibt hier ja mehrere Möglichkeiten dies zu tun. Mal sehen,wie die Zeit das erlaubt.
Heute machen wir wohl nicht mehr viel,denn wir hatten alle eine ordentliche Woche.
Es kommt heute noch ein Fernsehteam vom Bayrischen Rundfunk her...
Nun gut,ich melde mich später nochmal,ich denke an euch.
Ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
16.08.2012
15.08.2012
Ich weiss ja,ihr denkt ich bin schreibfaul geworden- stimmt aber nicht!
Gestern war hier echt mieser Internetempfang und meine ganzen geschriebenen Zeilen hat er nicht geladen und nachher waren sie einfach weg...das war echt frustrierend.
Also dann nochmal von vorne...
Gestern war die Intensivstation an sich ganz ruhig,wir hatten genauso viele Aufnahmen,wie Verlegungen. Das passt dann immer ganz gut. Weil wir auch ständig die Belegung an sich verändern- also Patienten umschieben müssen. Das richtet sich je nach Erkrankung und möglichen Keimen...
Den Herzpatienten von Najeeb geht es soweit ganz gut. Wir haben nur einen Großen,er ist 17 Jahre alt,der uns etwas Sorgen bereitet. Er war direkt nach der OP recht kreislaufinstabil,es lief Dobutamin,Dopamin und Adrenalin. Inzwischen nur noch minimal Dobutamin,nach einigem Auf und Ab...Dann hatte er viel mit Erbrechen zu tun und seine Mobilisation war auch schwierig,denn er ist völlig kraftlos. Seit gestern mobilisieren wir ihn alle 2 Stunden in den Sessel und wieder ins Bett. Dann hatte er Probleme mit Anämien,es musste die Familie reichlich Blut spenden. Hier gibt es noch weniger Blut als in Deutschland- nämlich null Reserven. Das bedeutet,dass immer Familienangehörige getestet werden müssen,um dann direkt Blut für ihren Angehörigen zu spenden. Da die Familie jedoch schon mehrmals gespendet hatte und ich die gleiche Blutgruppe habe,habe ich mich testen lassen. Somit konnte ich gestern was Gutes tun und habe 500 ml Blut für Hussain gespendet. Das freut mich sehr!
Nur mein Sportprogramm habe ich gestern ausfallen lassen : )
Heute geht es ihm recht gut,immernoch schwach natürlich,aber er hat heute schön Kebab gegessen und ordentlich getrunken und alles ohne sich zu erbrechen. Das motiviert uns alle und macht uns glücklich.
Wenn man bedenkt,dass seine Herzfunktion bei 15 % liegt ist das schon wahnsinnig klasse.
Wir haben ihn jedenfalls im Auge und hoffen,dass es weiterhin bergauf geht mit ihm.
Die kleinen Herzpatienten machen sich gut und es ist eine solche Freude zu sehen,wenn sie aus dem Bett kommen und mit dem Physiotherapeuten ihre Runde auf der Intensivstation drehen. Am besten ist ihre Fußbekleidung- Handschuhe. Total knuffig die Kleinen!
Was war gestern noch? Eigentlich nichts weiter...
Was war denn heute?
Heute Morgen war ich schon gegen 5 uhr wach,denn die bauen hier nebenan Parkplätze für das Personal. War nicht weiter schlimm,denn ich war ja früh im Bett. Die Intensivstation war ebenso ruhig wie gestern. Wir haben viel umgeschoben,denn es gab einige Zugänge,die nicht keimfrei waren. Hört sich doof an,ich weiss.
Es ist aber äußerst wichtig diese nicht zwischen den frischoperierten Herzpatienten zu haben.
Ich hatte mich heute gefreut,dass schon zwei Tage kein Kind gestorben ist,doch ich war gerade auf Station und es ist doch gerade ein 30 Tage altes Kind verstorben. Das macht mich immer wieder sehr traurig,doch es wäre ja auch schlimm,wenn es nicht so wäre.
Nach dem Dienst ,gegen 16:30 Uhr bin ich ins Gasthaus und habe einen Kaffee getrunken,schön mit Mutti geskypt und den Ziehkater hier versorgt. Wir haben Zecken gezogen,das gute Futter hat er bekommen und dann habe ich ihm noch was in den Nacken gemacht,dass er keine Zecken oder Flöhe bekommt. War auch ganz gut so,denn kaum drehe ich mich um,da liegt er in meinem Zimmer. Heute sogar ganz frech und in meinem Bett! Naja,der ist echt super,der Kater und einfach so vor die Tür setzen kann ich Niemanden.
War schon niedlich. Als der Kater dann aufgestanden ist,habe ich mein kleines Heimtraining absolviert und nachdem die Jungs( Alexander & Najeeb) vom Fußball zurück kamen,haben wir gemeinsam zu Abend gegessen.
Dann der all-abendliche Check auf der Intensivstation und dann wollte ich eigentlich direkt ins Bett,doch Najeeb und ich haben noch gequatscht und dann beschlossen eine weitere Traingseinheit einzulegen. Nun habe ich schwache Puddingarme und gehe nun wirklich ins Bett,denn es ist bereits 00:20 Uhr hier und morgen geht es frisch weiter...
Dann ist auch schon wieder Wochenende,ab Freitag. Mal sehen,ob wir was unternehmen oder ob ich nochmal versuche,etwas Farbe zu bekommen in der afghanischen Sonne...
Ich denke an euch,ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
15.08.2012 Eindrücke ITS
13.08.2012 Die Kleinen
13.08.2012
Gestern war der erste Arbeitstag der Woche und am Abend sind wir fein ausgegangen... Ich habe doch Alexander, Najeeb und Sabera auf ein Abendessen eingeladen,denn ich darf doch ab Oktober in Kiel Medizin studieren.
Wir sind gegen 19 :30 Uhr hier von der Klinik gestartet und dann nach Taimani gefahren. das ist ein Stadtteil von Kabul und sehr schön. Dort befindet sich auch das Athmosphere,wo es einen Pool gibt und man ganz französisch schlemmen kann. Dieses Restaurant steht aber leider auf Platz eins unserer Liste. Das heisst,dass es am "beliebtesten" für Anschläge ist und daher fahren wir da nicht mehr hin. Das finde ich sehr schade.
Somit sind wir in ein Restaurant gefahren,welches ein Franzose vor 2 Jahren hier eröffnet hat,nun aber seine Taschen packt und Afghanistan verlassen wird. Es ist sehr schwer ein Geschäft in Afghanistan zu führen,denn irgendwo hält immer Jemand die Hand auf und wenn man das nicht bezahlt,dann werden einem Steine in den Weg gelegt...Das stelle ich mir recht schwierig vor.
Jedenfalls gibt es französische ,sowie afghanische Küche. Alexander hatte Pfeffersteak,Sabera Kebab mit Gemüse, Najeeb Kebab mit Kartoffeln und ich Ravioli mit Pilzen gefüllt. Man,das war echt total lecker. Und Bier gab es! Jeden Abend bei Olympia mussten wir die Krombacher- Werbung sehen und hätten auch gerne mal ein Bier getrunken bei der Hitze und gestern konnten wir das dann machen. War echt sehr schön. Wir haben uns ganz toll unterhalten und beschlossen,dass ich die Drei nach jeder bestandenen Prüfung zum Abendessen einlade. Mal sehen,wo wir uns dann treffen werden...
Das Restaurant ist innen ganz typisch afghanisch und draußen sitzt man in einem riesigen Rosengarten,mit vielen Lichtern und Laternen.... Wunderschön!
Also da habe ich mir gleich Einrichtungsideen abgeguckt.
Jedenfalls war es irgendwie komisch in dem Restaurant draußen im Garten zu sitzen und zu wissen,dass man in Afghanistan ist. So schade,denn es könnte alles so viel schöner sein hier...Als wir bei dem Restaurant angekommen sind haben davor Kinder mit Knallern gespielt. Doch als wir dann im Garten saßen konnte man nicht wirklich unterscheiden,ob das die Kinder waren oder Gefechte in der Stadt....Es gingen auch fragende Blicke durch die Reihen der Tische...dort waren wir ja sehr gemischt...Amerikaner,Engländer, Franzosen,Deutsche,uvm....
Als die Geräusche aufgehört haben,waren wir uns doch einig,dass das Kinder mit ihren Knallern waren...
Danach sind wir wieder ins Gasthaus am Krankenhaus und haben hier noch schön Kaffee getrunken. Olympia- Abschluss gab es natürlich auch dazu von 24 bis ca. 2 Uhr... abera hat schon geschlafen, Najeeb musste auch schlafen,denn die beiden musssten ja heute wieder frisch im OP stehen. Alexander und ich haben Olympia gesehen und mussten bei der Krombacher- Werbung etwas schmunzeln...
Ich bin dann nochmal für eine Stunde auf die Intensivstation gegangen un d habe mir die operierten Herzpatienten von Najeeb angesehen,ob es ihnen gut geht und ob alles stimmt. Es war aber alles in Ordnung. Einem Patienten ging es weniger gut, unzwar eines unserer Sorgenkinder,welches schon seit Juni auf der Station lag.
Wir haben ihn noch ganz gut über die Nacht gebracht,doch Heute vormittag mussten wir ihn zweimal reanimieren. Es war erfolglos und hat uns sehr getroffen,doch irgendwann kann auch so ein kleiner unschuldiger Mensch nicht mehr kämpfen. Für ihn war es sicher eine Erlösung. Er hat sehr lange sein Bestes gegeben,aber leider den Kampf ums Überleben verloren...
Heute war der Tag sonst ganz gut,viele interne Verlegungen und Bettenschieben,damit Platz für die postoperativen Patienten von Najeeb ist. Hat alles gut funktioniert und am Ende des tages ging es auch allen Patienten soweit gut...so gut es einem halt auf einer Intensivstation gehen kann...
Jetzt sitze ich nach dem Abendessen auf meinem Zimmer und schreibe euch was,denn gestern bin ich nicht mehr dazu gekommen. Morgen fliegt Sabera nach Hause und macht Urlaub für 2,5 Wochen...Sie wird mir fehlen,ist sie doch etwas wie eine Mutti hier. Dann bin iuch mit den Jungs allein,aber das wird sicher auch lustig. Wir haben heute so viel über Monty Python gesprochen,dass ich gerade bei i-tunes "Das Leben des Brian" runterlade und wir uns den Film dann ansehen. Ich freue mich schon drauf...
Naja,nun werde ich mich mal gleich von sabera verabschieden und dann Hanteltraining machen in meinem Zimmer. Wir haben jetzt hier das olympische Trainingscamp eröffnet. Und irgendwie ist immer Jemand draußen und trainiert mit den Hanteln von Najeeb. Ist schon witzig... Die Männer können ja um die Klinik joggen und sich etwas freier bewegen,aber ich kann das nicht einfach so..also werde ich mit Popey-Armen nach Hause kommen.... Ha,ha,ha....
Nun gut, ich wünsche euch noch einen schönen Abend.
Ich denke an euch,wir lesen uns.
Ganz liebe Grüße aus Kabul ,Julia
12.08.2012 Ausgehen in Kabul
11.08.2012
Heute morgen bin ich mit Alexander in die Stadt gefahren. Er musste seinen reparierten Rucksack abholen und ich wollte Geld abheben- ein Ding der Unmöglichkeit hier in Kabul...Nun habe ich meine letzten Euros gegen Dollar getauscht und somit können wir morgen Abend schön essen gehen. Ich lade Sabera, Najeeb und Alexander zum Essen ein,denn ich möchte gerne Einen ausgeben auf meinen Studienplatz. Mensch,ich kann es immer noch nicht richtig glauben. Ist das toll!
Nachdem Alexander und ich zurück waren aus der Stadt war ich auf der Intensivstation und habe mir mal einen Überblick verschafft. Das war in Ordnung.
Dann saßen Najeeb und ich auf dem Hof und haben uns unterhalten...Irgendwie war uns nach rausfahren. Er hat dann sein Auto geholt und wir sind losgefahren und haben Kebab zum Abendessen besorgt. War schön mal einfach so loszufahren. Es war zwar nur ganz kurz,aber unglaublich toll! Najeeb hat mich im Auto eingeschlossen,weil er nicht unbedingt wollte,dass ich entführt werde. Ha,ha,ha... Die würden mich nach mindestens 30 Minuten zurück bringen,weil ihnen das zu anstrengend wäre haben wir dann rausgefunden.
Es war sehr lustig und mal was anderes.
Nun haben wir Abendbrot gegessen,für mich natürlich kein Kebab als Vegetarier,aber dafür gab es Reis und Gemüse.
Alexander guckt jetzt die Sportschau und Sabera ist auf ihrem Zimmer,guckt auch TV...
Ich gehe jetzt nach draußen...
10.08.2012
Da liege ich schön in der Sonne und skype mit meiner Mutti,die mir sagt,dass ich Post aus Erlangen habe. Eine Absage für das Medizinstudium. Naja, ist schade,aber ich habe ja noch mehr Universitäten offen. Und im gleichen Atemzug gucke ich bei hochschulstart nach meinen Anträgen und da steht es : Ich habe die Zulassung für die Universität Kiel!
Ich studiere hiermit ab dem 15. Oktober 2012 Medizin in Kiel!
Wie geil! Nun werde ich mich mal um die Einschreibung kümmern und dann sehen wir weiter! Hammer! ich freue mich tierisch!
10.08.2012
Es ist Freitag und Wochenende hier...
Ich bin dieses Mal etwas schlauer und liege nicht direkt in der Sonne,sondern habe meine Decke im Schatten platziert.
Man wird ja trotdem braun sagt meine Mutter. Mal sehen,hauptsache ich bekomme nicht wieder einen Sonnenstich,denn das ist echt unangenehm.
Was heute noch so anliegt? Weiss ich noch nicht genau... Alexander sitzt mir gegenüber und putzt seine Schuhe. Das brauche ich nicht,ich habe nur ein Paar Flipflops hier und meine Arbeitsschuhe (ebenfalls Flipflops) stehen sauber in der Dusche.
Najeeb ist in der Klinik unterwegs- visitiert seine Patienten. Sabera ist ins Hamam gefahren...
Wir werden sehen,was der Tag noch so bringt.
9.08.2012 draußen Sandsturm
9.08.2012 entspannte ITS heute
9.08.2012
Wie meine heutigen Bilder schon verraten,war es heute sehr ruhig auf der Intensivstation und wir hatten etwas Zeit uns mit den Patienten zu beschäftigen. Damit meine ich etwas spielen oder einfach mal in den Arm nehmen,wenn die Eltern so sehr fehlen...
Das war angenehm heute am letzten Tag vor dem Wochenende.
Es ist schön zu sehen,wenn die Pflegekräfte ihre elterliche Seite zeigen. Das hat echt Spaß gemacht heute!
Nebenbei haben wir uns gut unterhalten können...Über ihren Glauben und da kam natürlich auch die Frage nach meinem Glauben. Tja,war eine etwa schwierige Situation den Kollegen hier klarzumachen,dass ich nicht an einen Gott,Allah,Buddha oder an sonst eine bestimmte Person glaube.
Was mein Glaube ist? Ich denke schon,dass es eine höhere Macht über uns gibt,aber genau benennen kann ich sie nicht.
Ich denke,dass viele Dinge vorbestimmt sind. Ich glaube,dass es Gründe für bestimmte Geschehnisse im Leben gibt und dass man aus jeder missslichen Lage einen Ausweg finden kann. Egal wie schlimm es kommt- es gibt immer einen Weg! Wenn eine Tür sich schlisst,dann öffnet sich eine andere.
Und wenn man mal den falschen Weg wählt,bedeutet das nicht unbedingt was Schlechtes,sondern nur eine weitere Herausforderung,die unser leben prägen wird.
Also so kann ich kurz und knapp beschreiben,wie ich das sehe mit dem Glauben an etwas!
Ich toleriere jeden Glauben,jeder sollte seinen Weg gehen im Leben und trotzdem können wir diesen WEg doch Alle gemeinsam gehen- jedenfalls in die gleiche Richtung!
Meiner Meinung nach dahin,wo unsere Kinder dieser Welt es besser haben werden.
Man sollte ihnen zeigen,dass Toleranz und Weltoffenheit,sowie Benehmen und Respekt gegenüber den Mitmenschen,einen guten Weg machen...
Wir leben leider in einer Welt in der Geld und Positionen regieren,doch eine Welt in welcher Liebe, Respekt und Frieden regieren würden wäre doch deutlich schöner!
Alle würden wir miteinander und auch irgendwie füreinander leben und jeder gönnt es dem anderen....
Daran glaube ich und davon träume ich- eine Welt ,in der man Kindern den Weg zu einem friedlichen Leben ebnet, ohne dabei die Menschen zu vergessen,denen es weniger gut geht und denen man was von seiner Liebe und seinem Respekt abgeben sollte....
8.08.2012 ITS
08.08.2012
Heute lasse ich das Abendessen mal ausfallen... Ich bin garnicht hungrig und meiner "Plauze" kann das auch nicht schaden : )
Heute morgen hatte ich eine ganz tolle E-Mail aus Minden auf meinem Bildschirm. Die Klinik dort hat schon mehrere Kinder aus Afghanistan operiert und auch für ihre Nachbehandlung gesorgt.
Das waren neurochirurgische Operationen,die wir hier so leider nicht durchführen können.
Den operierten Kindern,die inzwischen wieder in ihrer Heimat sind,geht es gut.
Ich habe mich sehr gefreut,dass auch von der Seite aus Minden weiterhin Interesse an diesen Kindern besteht!
Ganz tolle Arbeit wird dort geleistet und das sollte man nicht unterschätzen!
Der Tag an sich auf der Intensivstation war recht turbulent,aber gut machbar.
Wir haben so einige Patienten verlegen können,was immer positiv ist und dafür dann aber auch einen Zugang nach dem anderen bekommen.
So ist das halt auf einer Intensivstation!
Jetzt ist es 19:40 Uhr und ich werde gegen 22 Uhr nochmal auf die Station zurück.
Mal sehen,wie es dann aussieht...
Geht es euch zu Hause gut? Da fällt mir noch was ein! Wenn ihr Kuscheltiere übrig habt oder Klamotten oder vielleicht ein Bilderbuch,dann nehme ich das sehr gerne an! Wichtig ist nur,dass die Sachen bitte noch intakt sein sollten und gewaschen,bevor ihr sie abgebt. Das wäre echt nett!
Also wer etwas übrig hat oder loswerden möchte,der kann das gerne bei meinen Eltern abgeben oder ihr kontaktiert mich hier über meine Seite und ich sage euch,wo ihr das abgeben könnt.
Danke schonmal im Voraus!
Ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
7.08.2012
Meine Güte bin ich satt! Wir hatten zum Abendessen Bologni ( Teigtasche mit Lauch gefüllt- würzig) und danach gab es wieder lecker Früchte und natürlich Fruchtmix von Najeeb... Ich platze gleich. Ohje!
Aber es war sehr lecker.
Der Tag heute war wenig besser als der gestrige...
Ein 8 Jähriger ist nach 30 minütiger,vergeblicher Reanimation auf der Intensivstation verstorben. Er kam letzte Nacht als Notfall zu uns auf die Station. Aus einer Provinz weiter weg von Kabul. Dort ist er vor sechs Tagen so massiv mit einem Baum zusammengestoßen,dass er massive Schwellungen und Hämatome am Kopf hatte. Er war dort in einer Klinik behandelt worden ,doch als die Schwellungen mehr und mehr zunahmen hat man ihn an uns verwiesen... Fürchterlich entstellt war er.
Als sein Herz stillstand wurden gleich Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet,doch er reagierte auf nichts- egal, was wir auch versucht haben.
Wieder ein Kind mehr,dass dieser Welt fehlt...
Dieser Job ist echt unglaublich hart,aber die Kollegen hier meistern das super.
Man hängt doch an jedem kleinen Menschen, auch wenn man ihn erst ganz wenig kennenlernen durfte...
Ihre Augen sagen doch meist mehr als Worte und ihre Gedanken sind noch so frei,so unverfälscht....
7.08.2012 Intensivstation
6.08.2012
Was für ein Tag...und das meine ich nicht positiv. Heute hat Najeeb einen TOF Patienten operiert,der das Herz auf der rechten Seite hat und es hat alles geklappt! Das freut mich sehr! Währendessen haben wir auf der Intensivstation eine Reanimation nach der anderen gehabt.
Normalerweise finde ich das "toll"und mache das sehr gerne. Desto mehr action - umso besser! Aber eben nicht ,wenn es es sich dabei um die kleinen Menschen handelt,die ihr ganzes Leben noch vor sich haben.
Gerade die kleinen Menschen auf dieser Welt,die in ihrer Zukunft in der Lage sind, diese Welt zu verbessern.
Unsere Hoffnungsträger!
Zwei Patienten,die uns schon länger Sorgen bereiten mussten heute reanimiert werden...
Kaum war einer der beiden Jungs wieder recht stabil,alamierte der andere.
Lutfullah,7 Monate alt,hat es bei seiner dritten Reanimation heute nicht mehr geschafft. Es war einfach zu viel für den kleinen Körper...
Haseebullah lebte ,als ich die Station verlassen habe.
Es ist wirklich sehr schwer, so ein kleines Leben in seinen Händen zu halten...
Mit jedem dieser kleinen Gestorbenen stirbt doch auch in uns ein kleines Stück Hoffnung ...dafür kommt ein Stück Liebe dazu....
Liebe ,die man weitergeben kann und die man zu schätzen lernt,wenn man weiss woher sie kommt....
6.08.2012 Eindrücke Kabul
5.08.2012
20:50 Uhr ist es jetzt hier in Kabul schon...Ich sitze in meinem Zimmer und schreibe euch. Gegen 19 Uhr essen wir meistens Abendbrot,weil dann das Fastenbrechen ist. Ich höre nebenbei "Ganz dahinten wo der Leuchtturm steht" in der Max Raabe - Version. Wunderschön....
ich muss schon sagen,dass es sich hier langsam anfühlt ,wie in einer kleinen Familie. Die Jungs, Alexander und Najeeb, gehen nach dem Dienst Fußball spielen und Sabera und ich treffen uns gegen 18:45 Uhr in der Küche und bereiten das Abendessen vor...
19 Uhr sitzen wir dann alle zusammen am Tisch und essen gemeinsam. Najeeb macht dann Fruchtmix,aus Bananen, Mangos,Orangen und Eiswürfel und verteilt dann das Kompott an alle. Ist schon schön hier am Abend.
Sabera ist jetzt auch auf ihrem Zimmer, die Jungs gucken Olympia und nachher gibt es natürlich traditionell Tatort für Alexander und mich.
Tja,auch der Zusammenhalt ist da! Wenn es einem schlecht geht,dann fragen alle,ob man helfen kann.
Gestern ging es mir echt mies,denn ich habe mir den Magen verdorben,mit Schüttelfrost und allem drum und dran... das war nicht toll!
Sabera hat gefragt,ob sie was bringen kann und dass sie die ganze Nacht erreichbar ist in ihrem Zimmer,wenn ich was brauche.
Alexander hat MCP und Motilium vorbei gebracht.
Najeeb´s Angebot habe ich angenommen : Odensatron intravenös. Krankenschwester halt- wenn schon, denn schon!
Danach habe ich geschlafen wie ein Stein und mir war so schön warm. Mein Nummer 1 Mittel jetzt gegen Übelkeit!
Heute war mir noch etwas flau,aber inzwischen geht es schon ganz gut. Abendessen ist auch noch drin- also alles soweit in Ordnung.
Morgen muss ich unbedingt in einen Laden hier fahren,denn das Futter für die Katzen ist alle!
Tja,was war heute sonst noch?
Najeeb hat wieder eine große Herzoperation gemacht heute und alles lief problemlos. Eigentlich war das Bett 4 dafür vorgesehen,doch da ist ja am Wochenende Saman drin verstorben und ich fände es nicht in Ordnung einen fast Gleichaltrigen in dieses Bett zu legen...wegen Saman nicht und auch für das Cardiacteam wäre das eher schlecht dachte ich. Schlechtes Omen!
Somit bleibt das Bett 4 heute Nacht noch frei und ab morgen wird es wieder belegt,doch nur mit einem Patienten in einem anderen Alter...
Ich werde jetzt nochmal auf die Intensivstation gucken und dann zum Tatort pünktlich zurück sein.
Ganz liebe Grüße an die Heimat, Julia aus Kabul
5.08.2012 Blutdruckmanschetten und Photoverweigerung
4.08.2012
War gerade in der ICU (Intensivstation) und es läuft wie immer ganz gut. Wir entlassen einen 8 Jahre alten Patienten mit Kardiomyopathie nach Hause und 2 Patienten werden auf die internistische Station im Haus verlegt. Somit haben wir dann 4 Betten frei,doch das ändert sich sicher ganz schnell,denn Dr. Ameena hat Dienst und vielleicht ist auch kein Platz auf den Stationen und wir können nicht verlegen.
Der herzchirurgische OP bleibt heute geschlossen,denn es fehlt an Material,wie z.B. sterile Kittel,Nahtmaterial,Kartuschen für das BGA Gerät... das ist sehr frustrierend für das Cardiac Team und traurig für die Patienten,die auf ihre Operation warten...
3.08.2012 der kleine Bruder
3.08.2012
Seltsame Welt in unserem Gasthof...Ich liege mit einer Decke auf dem Rasen und sonne mich- natürlich recht bedeckt-falls ein Guard reinkommt. Alexander liegt im Schatten und liest. Sabera ist auf ihrem Zimmer und liest den Koran,weil man den im Monat Ramadan komplett lesen muss und Najeeb ist ebenfalls in seinem Zimmer und verarbeitet sicher die Erlebnisse der letzten Tage...
Ich bin in Afghanistan und sonne mich auf dem Hof...verkehrte Welt,denn draußen muss man ganz bedeckt sein und die Arbeit sammelt sich,doch hier drinnen ist ein kleines Europa... Heute ist frei und ich genieße das sehr...wenn was sein sollte,dann rufen sie an... also heute mal entspannen....
3.08.2012 unser Gasthauskater
3.08.2012
Letzte Nacht ist Saman ,7 Jahre alt, gegen 3:30 Uhr auf der Intensivstation gestorben.
Sie hatte unglaublichen Lebenswillen und hat sehr gekämpft für ihr Leben.
Es trifft uns alle sehr und wir hatten so gehofft,dass sie es schafft.
Saman,du warst wunderbar und wir bewundern dich alle für deinen Kampf. In Gedanken sind wir bei dir.
2.08.2012
Prof. Dr. Najeebullah Bina mit einigen seiner operierten Kinder auf der chirurgischen Station des Krankenhauses... Es ist schön zu sehen,wie die Kinder sich erholen und wie einfach die Mobilisation ist,wenn er ihnen Eis ausgibt
2.08.2012 Intensivstation
2.08.2012
Ich habe mich gestern nicht wirklich in Ruhe melden können,weil wir echt zu tun haben auf der Intensivstation... Wir haben eine kleine Patientin- Saman ,7 Jahre alt. Sie hat TOF
Fallot-Tetralogie (auch Fallot'sche Tetralogie) ist eine angeborene Herzfehlbildung, die etwa 10 % der angeborenen Herzfehler ausmacht. Sie besteht aus vier Komponenten (daher Tetralogie): einer Pulmonalstenose, einem Ventrikelseptumdefekt, einer über der Herzscheidewand reitenden Aorta sowie einer nachfolgenden Rechtsherzhypertrophie
und wurde hier operiert
Jedoch gab es bei der OP plötzlich auftretende,unerwartete Komplikationen,welche unseren Herzchirurgen Prof. Dr. Najeebullah Bina dazu veranlasst haben,die OP abzubrechen und sie auf die ITS zu verlegen - mit offenem Thorax.
Die Kleine bekommt kontinuierlich Medikamente, die ihre Herzaktivität unterstützen, bekommt Blutkonserven und Volumen.
Es ist sehr schwierig,denn der Thorax soll geschlossen werden,doch im Moment ist sie zu instabil,um dies zu tun...
Saman ist beatmet,aber recht wach dabei- also nur ein leichtes künstliches Koma. Zwei mal musste Prof. Dr. Najeeb Bina den Thorax auf der ITS nochmal weiter öffnen,weil es Blutungen gab und die ganze Sache sehr instabil schien. Nun hat sie einen selbstgebauten Retraktor an ihren Rippen,in Höhe des Brustbeins,um den Thorax zu stabilisieren und offen zu halten. Somit kann man direkt auf das Herz sehen und das ist unglaublich beeindruckend. Nicht falsch verstehen,darüber ist sterile OP Folie,um Infektionen zu vermeiden. Man darf auch nur mit Kittel,Maske,Haube und Handschuhen an dieses Bett treten und ein Pflger ist zuständig nur für Saman,auch zum Infektionsschutz. Das ist eines der höchsten Risiken,neben all denn Anderen...
Tag und Nacht stehen wir am Bett und beobachten jede kleinste Veränderung,zB. wenn sie weniger Urin ausscheidet, Veränderungen des Zentral- Venösen - Drucks, Blutgasanalysen.... jede kleinste Veränderungen könnte schon auf Komplikationen aufmerksam machen,die , wenn sie richtig auftreten zu einem Ende führen würden,das wir nicht wollen...
Die weiteren Intensivpatienten sind nicht deutlich stabiler...
Doch ich muss sagen,dass ich sehr stolz auf das afghanische Pflegeteam bin, da sie super Arbeit leisten und wissen ,was sie tun.
Man geht mit deutlich ruhigerem Gewissen von Station,wenn man weiss, dass es auch läuft,wenn man mal nicht da ist.
Jedenfalls bin ich heute etwas platt...habe mir hier bei 40 Grad im Schatten doch wirklich eine Erkältung geholt!? Nun bleibe ich heute lieber weiter weg von der Intensivstation und kuriere mich aus. Die Ansteckungsgefahr für die kleinen Patienten ist deutlich zu hoch!
Somit mache ich heute Papierkram in meinem Zimmer. Unsere leitende Oberärztin Dr. Ameena hat mir so einige Materialien von einem Kongress in Dubai gegeben und da werde ich mich heute damit beschäftigen diese Werbeprospekte durchzusehen. Vielleicht sind dort brauchbare Dinge für unser Krankenhaus dabei...
Mal sehen.
Ich habe gerade schon meine Unterkunft geputzt- dafür braucht man meiner Meinung nach keine Putzfrau- zu Hause macht man das doch auch allein.
Nebenbei höre ich unglaublich gute Musik von meinem Laptop : )
Was gibt es sonst Neues?
Ich warte hier auf meinen Freund- den Skorpion,den ich zwei Nächte zuvor kennenlernen durfte...
Ich bin nachts um 3 Uhr von Station gekommen und nachdem ich in der Küche was getrunken hatte, wollte ich auf mein Zimmer gehn,um meine E- mails zu lesen. Im Dunkeln dachte ich die Katze kommt auf mich zu,weil sich vor mir was bewegte,doch als die "Katze" in einen Streifen Mondlicht trat, habe ich schnell gemerkt,dass das nicht die Mulle ist!
Ich habe vielleicht einen Muffengang gehabt! Bin dann drüber weg gestiegen, um schnell meine Kamera zu holen,doch da war der Gute schon verschwunden...
Alexander und Najeeb haben gasagt,dass somit die Saison eröffnet ist- für Skorpione. Prima!
Also jetzt immer aufpassen,wenn man ins Bett geht oder seine Sachen anzieht,dh. vorher ausschütteln und gucken,ob nicht jemand schon drin wohnt...
Die Klimaanlage in meinem Zimmer bleibt jetzt jedenfalls aus,weil ich nicht möchte,dass sich ein kleiner Freund in der Kühle meines Bettes wohlfühlt.
Letzte Nacht bin ich mit Najeeb auch so gegen halb vier von ITS was trinken gegangen und da habe ich so sehr gewartet,doch mein Freund wollte sich nicht zeigen.
Wir sehen uns ganz sicher bald mal wieder : )
Wie geht es euch denn Allen so?
Ich hoffe doch gut und dass ihr den Soimmer zu Hause genießen könnt!?
Ich denke an euch, liebe Grüße aus Kabul, Julia
31.07.2012 Eindrücke Kabul
31.07.2012
Mit Sabera heute etwas eher von der Arbeit (natürlich als alles fertig war) abgehauen und in die Stadt gefahren!
Man war das toll,auch wenn es nur ganz kurz war...
Wir waren bei ihrem Schneider und danach sind wir in den bekannten Drogeriemarkt Chelsea gefahren. Dort gab es für mich Duschkram,Zigaretten und ganz wichtig Katzenfutter!
Bin ich ja mal gespannt,ob die Katze das mag....ich warte schon,aber die lässt sich noch nicht sehen...
Danach waren wir in der berühmten Chickenstreet und ich habe mich gleich in einen Schrank verliebt! Nächste Woche kaufe ich ihn und noch was Passendes dazu ; )
Und dann wird das Ganze wahrscheinlich per DHL nach Hause gesendet.... Mal sehen,wie ich das machen werde und was der Spaß kostet...
Habe euch ein paar Eindrücke aus Kabul mitgebracht und muss dazu sagen,dass sie leider aus dem fahrenden Auto sind- anders bisher nicht möglich...
Bis später, Julia
31.07.2012 Unterwegs in Kabul
31.07.2012 Teddy´s für die Cardiac- Patienten
30.07.2012 Stationsleben
30.07.2012
Habe nach dem Dienst etwas in der Sonne gesessen,dann ein wenig Sport in meinem Zimmer gemacht und nach dem duschen bin ich zum Abendessen in unser gemeinsames Esszimmer gegangen.
Da war heftig aufgedeckt...Mensch, da bekam ich aber erstmal einen Schreck, ich dachte schon ich hätte einen Geburtstag vergessen,aber nein, es war Najeeb der was auszugeben hatte!
Es lief heute die erste Operation eines 10 kg Patienten mit TOF in Afghanistan!
Ohne Komplikationen und das ist eine große Leistung des Herz- Teams hier!
Da kam fast die ganze Cardiac- Truppe zum Abendessen...Dr. Nasim, Dr. Segbatullah, Salim, ...
Das war sehr schön anzusehen, wie froh und gleichzeitig stolz sie alle waren.
Es gab Kabuli ( Reis mit Gemüse,Fleisch), Kebab ( Brot und Fleisch), Mantu ( Teigmantel mit Fleisch)...und Salat ( Juhhuuuu!)... Da hat er sich ganz schön ins Zeug gelegt!
Nun haben wir den Abend bei Kaffee und Zigarette ausklingen lassen...
Ich werde jetzt noch etwas in meinem Zimmer sein, vielleicht etwas schlafen und dann nachher noch auf die Intensivstation gehen...
Ich denke an euch zu Hause!
Wie geht es euch? Was macht das Wetter?
Wie läuft es auf der Intensivstation des Johanniter Krankenhauses in Stendal?
Wie geht es denn meinem Patenkind Maja Rüsch?
Schmecken die Mojitos immer noch so gut?
Was macht die Station 1 der Helios Klinik in Leezen?
Gefällt euch der neue Fernseher Oma und Opa aus Demker?
Oma und Opa aus Heeren - was macht der Hund?
Ich bin in Gedanken bei euch...und es tut mir Leid,wenn ich mich nicht so oft oder sehr lange melde. Es ist etwas schwierig sich hier ganz in Ruhe hinzusetzen und stundenlang zu reden - jedenfalls zu normalen Zeiten....
Bis später, liebe Grüße aus Kabul , Julia
30.07.2012 Staub von einem Tag
30.07.2012
Gestern bin ich nach unserem Eisessen mit Sabera, Najeeb und Alexander nochmal auf die Intensivstation gegangen ,um zu sehen ob alles in Ordnung ist soweit. Es war ruhig, die Patienten gut versorgt und die cardiac Patienten stabil.
Dann bin ich auch gegen 1:30 Uhr ins Bett und heute morgen natürlich völlig ko um 6 Uhr aufgestanden.
Jetzt ist es 13 Uhr und es geht schon wieder mit der Müdigkeit... Ich mache gerade kurze Mittagspause und dann gehe ich wieder auf Station.
Hier scheint die Sonne- wie fast immer in Kabul und es sind gefühlte 40 Grad,aber es ist eine angenehme Hitze...
Ich melde mich später wieder, ganz liebe Grüße aus Kabul, Julia
29.07.2012 Shiria ( Eiscreme, typisch afghanisch) waren wir essen und das war so lecker! Es war super, mal wieder außerhalb der Klinik unterwegs zu sein... Wunderbares Kabul!
29.07.2012 Intensivstation FMIC
29.07.2012
Es ist jetzt 18:00 Uhr und Alexander, Najeeb und ich haben etwas Olympia gesehen auf ARD, Tontaubenschießen, Rudern und Tennis. Nicht schlecht gewesen- am beeindruckensten war die Tontaubenschützin aus den USA.
Gegen 15 Uhr habe ich Feierabend gemacht,denn von 8:30 Uhr an,ohne Schlaf war doch etwas anstrengend...Puh! Dann habe ich auf dem Hof des Gasthauses die Sonne genossen und hoffe,dass ich hier nicht ganz weiss nach Hause gehe. Bin ich doch garnicht gewohnt...
Dem cardiac Patienten von heute Nacht ging es morgens deutlich besser, doch nun hat er ein Hirnödem und wir müssen sehen, wie unsere Behandlung anschlägt... Wir hoffen alle das Beste!
Mir geht es so viel besser jetzt hier...
Ich muss ja sagen, dass ich die erste Woche doch etwas zu kämpfen hatte, denn ich hatte den Eindruck, dass hier kaum Arbeit für mich ist, doch inzwischen habe ich doch was gefunden, was man noch verbessern könnte.
Es ist sehr positiv,dass es kaum Veränderung braucht hier, doch Unterstützung wird gebraucht und die bekommen sie auch von mir!
Ich freue mich jetzt sehr auf die weitere Zeit hier und Gedanken, das Projekt eher zu verlassen,weil ich dachte überflüssig zu sein- sind sowas von weggeblasen!!!!
Das FMIC ist ein grandioses Krankenhaus und leistet unglaublich tolle Arbeit!
Ich bin sehr froh und auch etwas stolz dabei sein zu dürfen!
Gegen 19 Uhr werden wir zu Abend essen und dann gucken wir mal , ob wir heute nicht noch ein Eis essen fahren...
29.07.2012 Stationsleben
29.07.2012
Es ist jetzt 6:07 Uhr und ich bin wieder zurück von der Intensivstation..wie man sich denken kann,wurde der Patient ,den ich gegen 2 Uhr noch als grenzwertig beschrieben habe,dann doch recht schnell kritisch...Prof. Dr. Najeebullah Bina kam natürlich auch zu seinem Patienten und zusammen mit den Nachtdienstlern und dem diensthabenden Arzt Dr. Nasim konnten wir den kleinen Patienten wieder stabilisieren...wäre uns nachts nicht aufgefallen,dass da etwas nicht stimmt,dann wäre der kleine Junge am Morgen verstorben...
Das ist nochmal gut gegangen : )
Ich werde jetzt schnell etwas schlafen,denn um 8 Uhr beginnt mein Dienst...
Bis später, Julia aus Kabul
29.07.2012 Sonnenbad im Innenhof
29.07.2012
Es ist 2 Uhr morgens und ich bin gegen 24 Uhr auf die ITS gegangen,um zu sehen,wie es läuft...ein cardiac Patient ist etwas grenzwertig,deshalb gehe ich gleich wieder hin,um zu sehen,ob es ihm nun besser geht...
28.07.2012
"Sind so kleine Hände - winz´ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen,die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße - mit so kleinen Zehen.
Darf man nie drauf treten - könn´sie sonst nicht gehen.
Sind so kleine Ohren- scharf und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen- werden davon taub.
Sind so schöne Münder - sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten- kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen ,die noch alles sehen.
Darf man nie verbinden könn´sie nichts verstehen.
Sind so kleine Seelen - offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen -gehen kaputt dabei.
Ist so´n kleines Rückrad - sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen ,weil es sonst zerbricht.
Gerade klare Menschen wär´n ein schönes Ziel -Leute ohne Rückrad hab´n wir schon zu viel."
Bettina Wegner
28.07.2012
Es ist 12:38 Uhr und ich habe gerade mit Lucie Mankarious geskypt. Sie ist auch positiv überrascht über all die positiven Veränderungen hier...
Die Intensivstation läuft problemlos...
So viele positive Veränderungen und Verbesserungen hätte ich hier so nicht erwartet. Ich habe eigentlich damit gerechnet,dass ich hier bis an meine Grenzen gehen muss,abends völlig ko ins Bett falle und morgens kaum aus dem Bett komme....
Es ist ganz anders! Ich bin total entspannt,denn die Station hat kaum Probleme,bis auf einige Kleinigkeiten. Zum Beispiel,dass so manche Geräte nicht mehr richtig funktionieren oder einfach zu weinig davon vorhanden sind.
Diese Probleme sind jedoch lösbar.
Vor 2 Jahren noch war es jeden Tag das Selbe,immer wieder musste man die Kollegen auf schon lange bekannte Abläufe hinweisen,ihnen Vieles immer wieder neu erklären.
Doch jetzt haben sie es echt drauf!
Ärzte,sowie Pflegekräfte.
Wir haben jetzt sogar mehr Personal und auch immer 2 weibliche Kollegen in einer Schicht,das ist echt beeindruckend!
Ich bin hier im Moment eher Dekoration und laufe mit einem breiten Grinsen über die Station,weil man sieht,wie sehr sich diese Klinik weiterentwickelt hat!
Ich tausche mich mit den Afgfhanen aus,wir reden viel über die damalige Zeit und ich mache ihnen immer wieder bewusst,was sie hier für eine unglaubliche Arbeit leisten!
Stolz bin ich,aber leider auch unausgelastet...
Ich brauche doch etwas,was mich jeden Tag richtig auspowert!
Mal sehen...
Ich melde mich wieder,ganz lieben Gruß aus Kabul,Julia
28.07.2012
Guten Morgen!
Ich habe eher mäßig geschlafen,denn ich bin irgendwie noch voll im Nachtdienstrhytmus...Es ist hier jetzt 7:15 Uhr und ich trinke Kaffee. Ich habe nebenbei gerade mit den Nachtdienstlern in Stendal telefoniert...das war schön : )
Nochmal ganz liebe Grüße an das Johanniter Krankenhaus in Stendal, vor allem an die Intensivstation!
Heute ist ja Samstag und das bedeutet für die Afghanen den Start in die Arbeitswoche...Für das Management ist Freitag und Samstag Wochenende...
Und Olympia gucken ist hier nichts geworden,weil die Antenne des Fernsehers nicht funktioniert-jedenfalls nich für all die Sender,wo wir Olympia hätten gucken können...
Naja.
Sonst gibt es bisher nichts Neues. Mal abwarten,was der Tag so bringt...
2 Herz-Operationen stehen heute auf dem Plan und wir werden sehen,was es noch für Zugänge für unsere Intensivstation geben wird.
Ich werde mich jetzt fertig machen und dann ab auf Station : )
Bis später,liebe Grüße aus Kabul, Julia
27.07.2012
Es ist jetzt 22:00 Uhr und ich sitze draußen auf dem Hof unseres Gasthauses...
Die Luft ist herrlich und ich lausche den Geräuschen außerhalb der Krankenhausmauern und nebenbei läuft leise Sigur Ros von meinem Laptop...es ist unbeschreibllich schön!
Nach dem Abendessen war ich auf dem Dach des Krankenhauses und habe die schönste Aussicht der Welt genossen. Unglaublich beeindruckend inmitten der Berge,die rund um die Klinik stehen,zu sein und die kleinen Lichter aus den einfachen Häusern zu betrachten!
Diesen Anblick habe ich sehr vermisst und ich habe es sehr genossen,das wieder sehen zu können...
Heute hatte ich frei und habe mal ausgeschlafen... nach dem Besuch auf dem Dach war ich noch kurz auf der ITS und habe geguckt,ob alles in Ordnung ist. Das Team von Ahmad Gul ist im Dienst und hat die Lage voll im Griff...
Alexander und ich wollen gleich Olympia gucken,mal sehen...
27.07.2012
Wir werden wieder warm miteinander...
Das afghanische Stationsteam schaut sich das Ganze erstmal an, bevor sie Jemanden an sich ranlassen,doch ich habe den Eindruck,dass bei Einigen schon angekommen ist,dass ich nicht hier bin,um sie zu kontrollieren oder um ihnen etwas vorzuschreiben.
Für mich ist es wichtig,dass man als ein Team arbeitet,denn wir haben Alle das selbe Ziel: unseren Patienten auf höchstem Niveau zu helfen.
Diese Nacht war sehr anstrengend irgendwie,denn ich merke doch etwas den Schlafentzug...aber es war trotzdem sehr toll! Ich habe mich sehr wohl gefühlt in der ITS und konnte doch den Nachtdienstlern helfen.
Das freut mich ungemein,dass ich akzeptiert werde und auch mal was von allein gefragt werde.
Dazu kommt noch der Monat Ramadan,welcher sich für mich äußerst spannend darstellt.
Nichts zu essen ist die eine Sache und nicht wirklich schwer,aber nichts zu trinken fällt mir sehr schwer!
Jedenfalls sitze ich jetzt kaputt an meinem Laptop und höre Franz Ferdinand mit "Auf Achse"...
Total tolles Lied!
Dann werde ich gleich duschen gehen und ein wenig Schlaf nachholen.
Morgen bin ich erst eine Woche hier,doch es kommt vor,als wäre ich kaum weg gewesen.
Schönes Gefühl!
Morgen startet hier das Wochenende und Sonntag geht die Woche hier wieder voll los. Gut, Wochenende hin oder her- man geht ja doch auf Station um zu sehen,wie alles läuft und ob es Probleme gibt oder ob man einfach nur mal mit anfassen muss...
Ich freue mich sehr auf die weitere Zeit hier : )
Euch ,in der Heimat, geht es hoffentlich gut !?
Was mir noch einfällt : facebook ist hier gesperrt,ebenso youtube...
Also kann ich nicht sehen,wenn ihr mir auf facebook was hinterlasst.
Ich würde mich aber sehr über eine e-mail über meine homepage freuen,wenn ihr was loswerden wollt oder Fragen habt.
26.07.2012 einige Einblicke ICU
26.07.2012
Wiedermal Guten Morgen!
Ich mache gerade Pause und es ist jetzt 1:22 Uhr... Die Station war recht ruhig,als ich gegangen bin. Ein Zugang haben wir bekommen,inzwischen intubiert und beatmet,anversorgt.
Mache jetzt ganz kurz die Augen zu und dann gehe ich wieder zurück.
Dr. Abdullah ist im Dienst und das heutige Team gefällt mir auch sehr gut. Sie leisten hier einen wundervollen Job!
Ich melde mich wieder,wenn etwas mehr Zeit ist.
Liebe Grüße aus Kabul,Julia
25.07.2012
Guten Morgen!
23.07.2012
Es ist jetzt 18:28 Uhr ,ich mache kurze Raucher- und Kaffeepause und dann werde ich zu spätestens 18:50 Uhr wieder auf die Intensivstation zurück.
Es fehlt nämlich ein Pfleger im Dienst und somit habe ich selbst 2 Patienten...
Ich bin heute Nacht zuständig für Khalid(25 Tage alt) und Mosawer(2 Monate und 25 Tage alt).
Khalid hat bei seiner Geburt aspiriert,nun einen hypoxischen Hirnschaden und Mosawer hat diabetische Ketoazidose und ist im septischen Schock.
Khalid ist soweit stabil und Mosawer ist eines der Sorgenkinder unserer Station.
Ahmat Gul unterstützt mich natürlich bei meinen Aufgaben heute nacht,denn der erste Dienst mit neuen Kurven wird nicht so leicht von der Hand gehen denke ich...
Aber ich bleibe optimistisch!
23.07.2012
Es ist jetzt 13 Uhr und ich war von 10 Uhr an auf der Intensivstation. Werde jetzt etwas essen und trinken und dann meinen Dienst beginnen. Momentan sieht es recht ruhig aus auf der ITS.
Wir warten noch auf 2 geplante OP´s: eine kardio und eine chirurgische....
Mal sehen,wie es wird...
Ich bin etwas nervös vor der ersten Nacht,aber ich hoffe,dass alles zu unserer Zufriedenheit laufen wird.
Bis später
23.07.2012
Guten Morgen!
Ich habe versucht etwas länger zu schlafen,denn ich werde heute Nacht auf der Intensivstation arbeiten.
Ich sitze gerade wieder an meinen Zielsetzungen für diese Mission.
Erstmal werde ich sehen müssen,wie die Nacht läuft und welche Probleme dort akut sind.
Gerade jetzt, in diesem Moment ist es ein sehr unangenehmes Gefühl hier zu sitzen und Schreibkram zu machen,wenn man weiss,dass alle anderen arbeiten sind... Komisch,aber ich gehe ja dafür nachts arbeiten.
Gestern Abend haben Alexander und ich noch Tatort geguckt von ARD. War eine gute Folge und seltsam,denn zu Hause gibt es Sonntags meist auch Tatort.
Prof. Dr. Najeebullah Bina war in schlechter Stimmung abends,denn sein Patient ist gestorben,den er zuvor um die 8 Stunden opriert hat. Es war eine sehr große,komplizierte Operation und normalerweise treten solche Operationsindikationen erst um die 65 auf,nicht schon mit 16 Jahren. Doch hier ist es anders als in Europa...
Die eingebaute Prothese für die Aorta ascendens war instabil und der Patient begann zu bluten. Es war nicht zu verhindern,dass der Junge verstirbt,aber für Dr. Bina ist das sehr hart.
Ein Risiko von 20 % gibt es bei dieser großen Operation zu versterben.
Es tut mir außerordentlich Leid für das Operationsteam und auch für die Familie des Jungen...
22.07.2012 einige Patienten
22.07.2012
Es ist 17 Uhr und ich bin in meinem Zimmer. Die Sonne scheint noch und wir haben so um die 25 Grad,sehr angenehm!
Heute habe ich Qayum (Stationsleitung Intensivstation aus Pakistan,2 Jahres-Vertrag) kennengelernt und Rauf (Assistent der Stationsleitung) wieder getroffen.
Wir haben uns unterhalten und kurz über Zielstellungen und allgemeine Vorstellungen gesprochen.
Dann hatten wir ein kurzes Meeting mit der Pflegedienstleitung Laila und haben uns am Nachmittag etwas beraten.
Qayum und ich haben erstmal festgelegt,dass ich die Nächte überwache. Wir wollen das testen,denn nachts ist keine Stationsleitung kontinuierlich auf der Intensivstation. Und nachts hapert es an einigen Dingen noch. Damit werde ich morgen ausschlafen,oder es versuchen,denn wenn am Vormittag etwas sein sollte,bin ich für ihn natürlich jederzeit erreichbar und vor Ort.
Ansonsten beginnt mein Dienst um 15 Uhr,ich werde mit Qayum meine Übergabe machen,Besonderheiten besprechen und bis 17 Uhr mir eine Übersicht über die aktuelle Lage verschaffen. Dann werde ich so gegen 20 Uhr meinen Dienst antreten und die Nacht auf der Station verbringen.
Gegen 4 Uhr startet das Personal mit der Grundpflege der Patienten und da werde ich ein besonderes Augenmerk drauf legen,ebenso wie Hautstatus und Verbände.
Ich denke,dass es gut ist die Nächte zu überwachen und zu organisieren.
Wir werden sehen,wie das anläuft und was man daraus machen kann.
Jetzt werde ich mal was essen und dann meine Zielsetzungen festlegen und Vorstellungen versuchen auf Papier zu bringen, dazugehörig natürlich auch die Umsetzung planen.
Ich bin mal gespannt,was mir da so einfällt...
Der Kopf ist natürlich voll mit Ideen, doch die muss ich erstmal anpassen auf die Situation und Gegebenheiten.
21.07.2012
Heute ist Samstag und Wochenende in Afghanistan...es war mein erster ganzer Tag auf der Intensivstation.
Ich habe mir die Patienten angesehen und mit dem Personal gesprochen.
Es war sehr interessant und es war definitiv die richtige Entscheidung wieder herzukommen.
Mein erster Eindruck der Intensivstation nach mehr als 2 Jahren der Abwesenheit war sehr positiv!
Es hat sich Einiges verändert...Es gibt jetzt feste Besuchszeiten für die Angehörigen, was ihnen sicherlich äußert schwer fällt,doch um die Hygiene voran zu bringen ,ist es auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Auch dem Personal fällt die Arbeit dadurch deutlich leichter,denn sie haben ihren Kopf frei.
Die Mitarbeiter haben sich bisher alle zum Positiven weiterentwickelt.
Die Station an sich wirkt deutlich organisierter und sauberer!
Momentan sind es 14 Patienten auf Station, darunter 3 nach cardiac operation (TOF complete repair, TOF Blalock Taussig Shunt und ASD closure),dann haben wir u.A. noch Neonatal Sepsis, birth aspiration, ARDS,uvm.
Die Intensivstation wirkt sehr ruhig,die Patienten äußerst stabil...
Die Pflegekräfte sagen, dass liegt am Ramadan.
Ramadan hat am 20.07.begonnen und endet am 20.08., danach haben sie hier 3 Feiertage und man solle sich das vorstellen,wie Weihnachten bei uns...Sie fahren zu Familie und Bekannten und feiern das Ende des Ramadan.
Ramadan läuft so : morgens um 3 Uhr beginnt es mit einem Gebet,dann isst und trinkt man nichts mehr,bis so ungefähr 19 Uhr... Im Fernsehen wird offiziell das Fastenbrechen eingeläutet,dann isst man eine Kleinigkeit,trinkt etwas. Danach folgt ein Gebet und dann wird richtig gegessen.
Heute Abend war ich zum Fastenbrechen auf der Intensivstation bei der Nachtschicht eingeladen. Es war sehr interessant, wir sprachen über den Koran und die Entstehung des Lebens.
Ich denke wirklich darüber nach,das Fasten mal zu testen,wie sie es hier machen. Vielleicht am Wochenende,wenn ich nicht fit auf der ITS sein muss.
Heute war also Eingewöhnung und Überblick verschaffen.
Morgen früh werde ich Rayoom aufsuchen,der momentan Stationsleitung der ITS ist,er ist aus Pakistan und es scheint,asls wenn der Laden hier richtig gut läuft unter ihm.
Danach werde ich mich mit Laila ( Pflegedienstleitung aus Pakistan) treffen,wenn es die Zeit erlaubt. Ich bin gespannt,was sie für Ziele und Anregungen für mich haben.
Ansonsten wird morgen noch mein Laptop internetzugänglich gemacht und dann kann ich auch über Skypoe erreicht werden,wenn jemand Interesse hat ( juliakempe).
Mir geht es gut,ich fühle mich hier sehr wohl und bin motiviert,was zu erreichen, was auch immer es sein wird. Vorstellungen kommen einem gleich bei dem ersten Gang über die ITS,aber man kann ja die Leute hier nicht gleich am ersten Tag überfallen und die momentane Ordnung völlig durcheinanderbringen.
Nach Gesprächen mit der PDL und Stationsleitung werde ich mich besser organisieren können,denke ich.
Wie war meine Anreise eigentlich fragen sich Einige sicher?!
Also ich bin um 15:44 Uhr in Stendal gestartet und mit dem Zug über Uelzen zum Hamburger Flughafen gefahren,danach habe ich Alexander Leis( ärztlicher Direktor des FMIC) und Susanne Robert von Robin Aid getroffen. Wir haben uns unterhalten und vor der Abreise noch Photos für die Internetseite von RobinAid (www.RobinAid.de) gemacht.
Ich bin dann natürlich bis zum Abflug nochmal an die frische Luft gegangen ; )
Um 21:25 Uhr sind wir in Richtung Dbai mit Emirates geflogen,dort angekommen,nach Ortszeit 5:48 Uhr , bin ich weiter in den Transitbereich gegangen, um meinen Flug nach Kabul zu nehmen und Alexander hat noch einen Tag in Dubai verbracht.
Da der Flieger erst gegen 12:20 Uhr in Richtung Kabul starten sollte,hatte ich genügend Zeit festzustellen,für welchen Schnickschnack die Leute im Dutyfree Bereich ihr Geld rauswerfen...fürchterlich!
Gut,ich habe auch was gekauft( Marlboro),aber das ist ja auch keineswegs Schnickschnack...
Gegen 10 Uhr habe ich dann den Shuttleservice zum Terminal 2 genommen und darauf gewartet,dass Gate 2 zum Boarding ruft.
Interessante Leute auf diesem Terminal.
Nichts mehr zu sehen von Touristen,die auf dem Weg in die Sonne sind oder auf dem Heimweg...
Soldaten aus Amerika und Großbritannien habe ich gesehen,alternativ gekleidete Freiheitskämpfer(würde ich mal so sagen) und Afghanen aller Altersklassen. Man hatte das Gefühl,man wäre schon mittendrin...
Der Flug war völlig in Ordnung,ich habe geschlafen und bin erst über Afghanistan wieder wach geworden.
Wunderbare Aussicht aus dem Flugzeug hatte ich! Lade die Photos noch hoch.
Dann am Flughafen angekommen,hat man schon gemerkt,dass sich die Lage verändert hat hier. Deutlich mehr Security,mehr Hundeführer mit Spürhunden und mehr Kontrollen.
Aber alles völlig erträglich,obwohl mir schon etwas mulmig wurde,als ich zum Parkplatz gelaufen bin.
Mein Gepäck brauchtre etwas längfer als das der anderen "Ausländer" ,somit war ich ganz alleine unterwegs und habe mich natürlich erstmal kurz verlaufen auf dem Weg zum Parkplatz. Aber einmal kurz durchgeatmet und Kopf frei gemacht von dummen Gedanken und da war sie wieder- die Erinnerung!
Ich wusste ganz genau,wohin ich gehen musste und als ich im Auto unseres Krankenhauses saß wusste ich sogar noch den Weg vom Flughafen zur Klinik.
Komisch,aber total toll das Gefühl!
Ich wusste den Weg zum Einkaufsladern Karimi,wo das Interkontinental ist und einiges mehr.
Der Wahnsinn!
In der Klinik angekommen,wurde ich sogar vom Guard an der Tür direkt erkannt- ich bin angekommen war das Gefühl,was mich dann überkam...
Freude, Entspannung und Wohlbefinden!
Dann schnell die Klamotten ins Zimmer geschmissen und auf die ITS gegangen.
Alle,die ich noch kannte von 2009/2010 haben auch mich gleich erkannt!
Wie schön!
Dieses Gefühl hält noch eine Weile mit Sicherheit,weil man ja noch nicht alle bekannten Gesichter wieder gesehen hat!
Morgen früh treffe ich Doktor Ameena. Ich freue mich!
Tja,wo wohne ich ?
Direkt am Krankenhaus in dem Guesthouse zusammen mit Alexander Leis (ärztlicher Direktor), Sabera Nasser(Anästhesistin aus Bonn,Afghanin), Najeebullah Bina(Herz- und Gefäßchirurg,Afghane,lange Zeit in Frankreich) und Phlippe(Laborant),der aber morgen bereits abreisen wird.
Es ist sehr nett hier und ich fühle mich wohl in Zimmer 8 .
Man kann sich das so vorstellen,man betritt das Zimmer durch eine Tür neben der direkt ein Fenster ist,am Fenster direkt der Schreibtisch. Dann gleich das Bett und dahinter der Kleiderschrank. Dann folgt eine Tür in den Sanitätsbreich. Dort zwei Waschbecken,eine seperate Dusche,eine seperate Toilette und dann die Tür zum Nebenzimmer.welches mometan aber nicht bewohnt ist.
Also wirklich angenehmes Wohnen.
Ich werde auch hierzu bald einige Bilder zeigen.
Mir geht es wirklich sehr gut hier,es ist jetzt schon 21:30 Uhr hier,ich sitze in Arbeitsklamotten am Schreibtisch und lasse den Tag Revue passieren...
Draußen ist angenehme Luft,die Tür steht offen.... Am Tag waren es hier so 40 Grad und daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen,aber das fällt keineswegs schwer!
Geräusche draußen sind die Moschee,wo der Mullah in die Nacht betet und dazwischen Hubschrauber,sowie normale Nachtgeräusche...genießbar!
Im Moment höre ich aber nebenbei The Temper Trap mit "Rest",was mir gut gefällt und ich dazu sehr gut schreiben kann.
Ich hoffe,dass es euch auch allen gut geht?
In Stendal auf der ITS wurde wohl gerade das Abendessen beendet...und zu Hause bei meinen Eltern wird es sicher gerade vorbeitet!?
Ich grüße euch Alle ganz lieb aus Kabul!
Ich denke an euch und freue mich schon,wenn Skype funktioniert : )
Wir lesen uns,Julia
21.07.2012 meine Unterkunft
20.07.2012 Erste Eindrücke vom Flughafen zum FMIC
20.07.2012 Landeanflug Kabul
Februar 2012 Symposium Intensivmedizin Bremen Robin Aid